Gedenken an Archiv-Einsturz in Köln vor zehn Jahren

Henriette Reker neben Gedenkschild

Gedenken an Archiv-Einsturz in Köln vor zehn Jahren

  • Kölner Archiveinsturz jährt sich zum zehnten Mal
  • Jecken halten beim Zug zum Gedenken inne
  • Oberbürgermeisterin legt einen Kranz am Unglücksort nieder

Die Jecken der "Schull- un Veedelszöch" in Köln haben am Sonntag (03.03.2019) innegehalten, um an die Opfer des Stadtarchiv-Einsturzes vor zehn Jahren zu erinnern. Zur Unglückszeit um 13.58 Uhr legte Oberbürgermeisterin Henriette Reker am Unglücksort einen Kranz nieder. Außerdem läuteten die Glocken der Südstadt-Kirchen.

Die älteste Kölner Traditionstanzgruppe "Hellige Knäächte un Mägde", die den Zug mit anführt, führte zum Gedenken an die Opfer einen Tanz auf.

Zwei Tote und historische Dokumente verschüttet

Beim Einsturz des Kölner Stadtarchivs am 3. März 2009 waren zwei junge Männer ums Leben gekommen. Unzählige historische Dokumente wurden verschüttet. Die Stadt schätzt den Gesamtschaden auf mindestens 1,3 Milliarden Euro.

Baufehler führten zur Katastrophe

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Ursache für das Unglück sind laut Urteil des Kölner Landgerichts Fehler beim Bau einer neuen U-Bahn-Strecke. Demnach hatten Arbeiter in der Baugrube einen Gesteinsblock nicht entfernt, so dass sich ein Loch in einer Betonwand bildete. Durch dieses brachen am Unglückstag Wasser und Sand in die Grube ein und entzogen dem Archiv den Boden.

Das Landgericht hat inzwischen einen Bauüberwacher der Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) und den Oberbauleiter einer Baufirma zu Bewährungsstrafen wegen fahrlässiger Tötung verurteilt. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

Stand: 03.03.2019, 16:00

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