BSI legt in Bonn Jahresbericht zu Cyberattacken vor

BSI legt in Bonn Jahresbericht zu Cyberattacken vor

Von Sebastian Tittelbach

  • BSI verzeichnet Vielzahl von professionellen Cyber-Angriffen
  • Kleinere Unternehmen besonders gefährdet
  • Nach wie vor kein Gütesiegel für IT-Geräte

Weltweit rüsten Hacker weiter auf und nehmen Deutschland für Angriffe ins Visier. Zu diesem Ergebnis kommt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aus Bonn in seinem Jahresbericht, der am Donnerstag (17.10.2019) vorgestellt wurde. Die Behörde beobachtet, wie die Qualität der Cyberangriffe weiter steigt.

Angriffe insbesondere aus der Organisierten Kriminalität

Die Cyber-Sicherheitslage in Deutschland ist angespannt, schreibt das Bundesamt in seinem Report. "Der Lagebericht zeigt, dass wir als Gesellschaft begreifen müssen, dass unsere digitalisierte Zukunft untrennbar mit der IT-Sicherheit verknüpft ist. Früher hieß es, ohne Sicherheit ist keine Freiheit, heute heißt es, ohne Cybersicherheit wird es keine erfolgreiche Digitalisierung geben“, so Behördenchef Arne Schönbohm.

Schönbohm spricht von einer Vielzahl von hochspeziellen und hochqualitativen Angriffen: Dahinter stehen zum Teil ausländische Geheimdienste, das Gros entfalle aber auf die Organisierte Kriminalität. Hacker suchten mittlerweile gezielt nach lohnenden Opfern für ihre Erpressungen.

Unternehmer und Eltern müssen im Cyberschutz aktiver werden

Das Regierungsnetz habe das BSI nach eigenen Angaben gut gegen Attacken schützen können, Sorgen bereiten der Behörde aber kleinere und mittelständische Unternehmen. Schönbohm appelliert an die Eigenverantwortung. Das betreffe Unternehmer aber genauso auch Eltern.

"Man kann auch die Frage stellen, was machen meine Kinder eigentlich ständig auf dem Handy oder auf dem iPad, ist das in Ordnung oder muss ich da Einstellungen vornehmen.“ Man dürfe nicht darauf vertrauen, dass sich in einer digitalisierten Welt andere um die Sicherheit kümmern werden.  

IT-Gütesiegel lässt weiter auf sich warten

Nach wie vor gibt es kein Gütesiegel für IT-Geräte. Dieses Siegel sollen Hersteller auf die Verpackungen etwa ihrer Smartphones oder Router kleben dürfen, wenn sie besondere Sicherheitsmaßnahmen beachten. Das nötige Gesetz ist aber auch nach drei Jahren nicht fertig.

Entspannung ist laut BSI-Chef Arne Schönbohm nicht zu erwarten. Im Gegenteil: Hacker werden zukünftig auch Künstliche Intelligenz für ihre Angriffe nutzen, lautet seine neue Prognose. Denn es sei einfach zu verlockend für die Organisierte Kriminalität, mit geringem Aufwand an immer mehr Geld zu kommen.

Stand: 17.10.2019, 16:25