Elch-Abschuss missglückt: Jäger fordert Reisekosten zurück

Elch-Abschuss missglückt: Jäger fordert Reisekosten zurück

Von Martin Höke/Hanna Makowka

  • Jäger verklagt Reiseveranstalter
  • Veranstalter hatte Elch-Abschuss versprochen
  • Klage laut Amtsgericht keine Aussicht auf Erfolg

Ein Jäger aus dem Kreis Steinfurt verklagt einen Veranstalter für Jagdreisen. Er fordert 1.500 Euro zurück, weil er keinen Elch erlegt habe.

Das Mönchengladbacher Amtsgericht gab am Freitag (13.09.2019) bekannt, dass wenig Aussichten auf Erfolg bestehen und stufte die Klage als unbegründet ein. Das würde bedeuten, dass der Veranstalter dem Kläger kein Geld erstatten muss. Ein endgültiges Urteil solle am 27.09.2019 fallen.

Unterschiedliche Schilderungen von Jäger und Veranstalter

Der Kläger hatte im September 2017 mit einem Freund eine Jagdreise nach Weißrussland unternommen. Der Reiseanbieter hatte sich nach Angaben des Gerichts dazu verpflichtet, dem Kläger und den anderen Mitreisenden die Chance zu bieten, einen Elch zu erlegen. Sollte es nicht dazu kommen, sollte es die angesprochene Summe zurückgeben.

Der Kläger fühlt sich um sein Jagderlebnis betrogen und behauptet, er habe bei der Jagd im weißrussischen Schklou zwar auf einen Elchbullen geschossen, ihn aber nicht getroffen. Der Reiseveranstalter hingegen gibt an, der Jäger habe den Elch getroffen. Das Tier sei kurz danach angeschossen aufgefunden worden und in einem Sumpfgebiet verendet.

Falsche Trophäe zugeschickt?

Nach der Reise hatte der Veranstalter dem Kläger ein Paket mit der Trophäe zugeschickt. Das hatte dieser allerdings nicht angenommen, weil es sich bei dem zugesandten Geweih um ein Stangengeweih handele. Der Elch, auf den er geschossen hatte, hatte hingegen ein Schaufelgeweih.

Der Anwalt des Veranstalters wies diese Vorwürfe zurück. Er kündigte rechtliche Konsequenzen an und wolle nun prüfen, ob es sich bei den Anschuldigungen um üble Nachrede und Verleumdung handelt.

Biber-Klausel

Im Vertrag zwischen Jäger und Reiseveranstalter war auch eine sogenannte "Biber-Klausel" enthalten. Die sah vor, dass der Jäger bei erfolgreicher Erlegung eines Elches kostenlos einen Biber erschießen darf. Das hatte der Jäger nicht getan.

Stand: 13.09.2019, 13:49