IS-Verbrecherin in Düsseldorf zu mehr als vier Jahren Haft verurteilt

Das Gebäude des Oberlandesgerichts Düsseldorf

IS-Verbrecherin in Düsseldorf zu mehr als vier Jahren Haft verurteilt

Sie ist mit ihrer dreijährigen Tochter nach Syrien gereist, um sich der Terrormiliz IS anzuschließen. Dort hat sie unter anderem eine Jesidin als Sklavin für sich putzen lassen.

Das Düsseldorfer Oberlandesgericht hat am Mittwoch eine IS-Rückkehrerin aus Leverkusen zu vier Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Das Gericht sprach sie nicht nur als Terroristin schuldig, sondern auch wegen Kriegsverbrechen gegen das Eigentum, Kriegswaffenbesitz, Verletzung der Fürsorgepflicht und Beihilfe zu Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

"Tochter in Lebensgefahr gebracht"

Die Frau hat die Verbrechen größtenteils gestanden. Im Februar 2015 ist sie mit ihrer damals dreijährigen Tochter nach Syrien gereist, um sich dem sogenannten "Islamischen Staat" anzuschließen. "Sie hat ihre Tochter in Lebensgefahr gebracht," so die Bundesanwaltschaft.

In Syrien hat die 35-Jährige ein hochrangiges Mitglied der Terrormiliz geheiratet und Häuser bezogen, deren Bewohner vom IS vertrieben worden waren. Zum Putzen und Aufräumen ließ sich die inzwischen dreifache Mutter eine vom IS versklavte Jesidin bringen.

Von sogenanntem IS distanziert

Vor einem Jahr war die Frau in kurdische Gefangenschaft geraten und im Juli 2020 ausgeliefert worden. Danach saß sie in Untersuchungshaft.

Inzwischen habe sie sich glaubhaft von der Terrormiliz IS distanziert, befand das Gericht.

Stand: 22.04.2021, 11:04