IS-Terroristin aus Bochum verurteilt

IS-Terroristin aus Bochum verurteilt

  • IS- Rückkehrerin aus Bochum verurteilt
  • Schuldig wegen Kriegsverbrechen
  • Sie muss nicht mehr ins Gefängnis

Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat am Dienstag (17.12.2019) eine IS-Rückkehrerin aus Bochum zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Sie muss aber nicht mehr ins Gefängnis, weil sowohl ihre Untersuchungshaft als auch eine Abschiebehaft in der Türkei auf die Strafe angerechnet wurden.

Kriegsverbrechen und Kriegswaffen

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die heute 27-Jährige als Terroristin beim sogenannten "Islamischen Staat" tätig war, Kriegsverbrechen begangen hat und Kriegswaffen besessen hat. Die Frau hatte ein umfassendes Geständnis abgelegt.

Sie ist in Syrien im Gebrauch von Waffen ausgebildet worden und hat dort auch gelernt, Bomben zu bauen. Außerdem gilt es als Kriegsverbrechen, Häuser zu besetzen und so Einwohner mit Gewalt zu vertreiben.

Urteil im Prozess um IS-Rückkehrerin

00:41 Min. Verfügbar bis 17.12.2020

Sie ging aus Liebe nach Syrien

Derya Ö. hatte sich als junge Frau in einen IS-Kämpfer aus Leverkusen verliebt, den sie in einem Chat kennengelernt hatte. Ihm war sie dann nach Syrien gefolgt, hat ihn dort geheiratet und ein Kind von ihm bekommen – nach eigenen Angaben, um der Prostitution in Bochum zu entkommen.

Nachdem ihr Mann wegen Spionage vom IS hingerichtet wurde, wollte sie dann nach Deutschland zurückkehren und wurde an der Grenze zur Türkei festgenommen.

Korrektur: In einer früheren Version des Textes stand, dass die Frau für zwei Jahre und neun Monate ins Gefängnis muss. Dass die vorherigen Haftstrafen auf die jetzt verhängste Strafe angerechnet werden, hat das Gericht erst später veröffentlicht.

Stand: 17.12.2019, 11:40