Waschbär bedroht heimische Arten - Lösung aus Bonn?

Ein Waschbär winkt mit einer Tatze

Waschbär bedroht heimische Arten - Lösung aus Bonn?

Von Jörg Sauerwein

  • Experten beraten über fremde Arten
  • heimische Tiere und Pflanzen werden oft vertrieben
  • Vernetzung von Behörden soll zum Erfolg führen

Er ist so niedlich, der putzige Waschbär mit seinem schwarz-weißen Gesicht. Aber er ist eine der bekanntesten invasiven Tierarten in Deutschland. Ein Tier, das nicht hierher gehört und es heimischen Tieren schwer macht, sagt Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz in Bonn. Am Dienstag (20.11.2018) fand in Bonn eine Fachtagung zum Schutz von heimischen Tier- und Pflanzenarten statt.

Invasive Arten bedrohen einheimische

Riesenbärenklau

Der Riesenbärenklau macht sich breit

Waschbär und Riesenbärenklau haben geschafft, was die Naturschutzbehörden bei anderen Tieren und Pflanzen gerne verhindern wollen. Beide kommen nicht aus Deutschland, haben sich aber als so genannte invasive Arten ausgebreitet und bedrohen heimischen Tieren und Pflanzen.

Ausbreitung verhindern durch schnelle Reaktion

Ein möglichst schnelles Eingreifen habe zum Beispiel bereits bei bestimmten Pflanzenarten wie dem Heusenkraut oder der Wasserhyazinthe deren Ausbreitung an einigen Orten bisher verhindern können, sagen die Fachleute.

Allerdings ist das bei manchen Arten nicht so einfach. "Bei Tieren, also gerade die sehr mobil sind, also gerade Vögel, die problemlos von einem Teich zum nächsten fliegen und auf einmal ist es ein anderer Landkreis und schon sind wieder andere Personen zuständig – das ist sicherlich schwierig. Bei einer Pflanze nicht so sehr - die sitzt erst mal an ihrem Ort und kann nicht so ohne weiteres weg", sagt Stephan Nehring vom Bundesamt für Naturschutz.

Behörden wollen sich besser absprechen

Für ein möglichst erfolgreiches Stoppen invasiver Arten sei allerdings auch eine schnelle Entdeckung genauso wie effektive Kommunikation zwischen den verschiedenen Behörden und Bundesländern nötig. Das ist bisher nicht immer gewährleistet. Aktuell stehen rund 50 Arten auf einer EU-Liste gebietsfremder, invasiver Arten. In Deutschland spricht man sogar von mehr als 90 Tier- und Pflanzenarten, die nicht hierher gehören und es anderen Gattungen schwer machen.

Invasive Arten nehmen zu

WDR 5 Quarks - Topthemen aus der Wissenschaft 09.10.2018 06:36 Min. Verfügbar bis 09.10.2023 WDR 5

Download

Stand: 20.11.2018, 16:43