Kölner Nikoläuse und Weihnachtsmänner dieses Jahr arbeitslos

Michael Kersting als Weihnachtsmann

Kölner Nikoläuse und Weihnachtsmänner dieses Jahr arbeitslos

Von Judith Thiele

Michael Kersting ist seit mehr als 28 Jahren in der Weihnachtszeit als Nikolaus und Weihnachtsmann in Köln unterwegs. Hier erzählt er von seiner Arbeit und von den Herausforderungen während der Corona-Pandemie.

Gerade heute am Nikolaustag ist der Nikolaus eigentlich ein beliebter Gast auf vielen Weihnachtsfeiern, in Schulen und Kindergärten. Doch dieses Jahr verzichten viele wegen Corona auf den besonderen Besuch. Michael Kersting ist seit mehr als 28 Jahren selber in der Weihnachtszeit als Nikolaus und Weihnachtsmann in Köln und Umgebung aktiv. Auch bei ihm wurden dieses Jahr viele Aufträge abgesagt. In einem Interview erzählt er von seiner Arbeit als Nikolaus und Weihnachtsmann und von den Herausforderungen während der Corona-Pandemie.

Wie sieht die Auftragslage dieses Jahr im Nikolaus- und Weihnachtsmanngeschäft aus?

Michael Kersting: In diesem Jahr war die Auftragslage eigentlich sehr gut. Vielleicht sogar noch ein bisschen besser als in den Jahren zuvor. Aber jetzt kurz vorher haben viele den Termin storniert. Dadurch habe ich viel Zeit in den Sand gesetzt. Aber es fallen zum Glück nicht die gesamten Einnahmen weg. Bei den Stornierungen wird auch ein Teil bezahlt.

Sind Ihre Auftritte trotz Corona umzusetzen?

Kersting: Ich finde es wichtig, dass die Kinder die Möglichkeit haben, Weihnachten und auch die Weihnachtszeit möglichst realitätsnah zu erleben, wie früher auch. Und das natürlich unter den aktuellen Bedingungen und Voraussetzungen und mit den richtigen Vorsichtsmaßnahmen. Bei mir sind alle Wohnungen immer gut gelüftet und wir halten viel Abstand. Ich versuche allen die Sicherheit zu geben, die sie erwarten dürfen. Das ist mir dabei ganz wichtig.

Wie läuft ein Auftritt von Ihnen als Nikolaus oder Weihnachtsmann ab?

Michael Kersting als Nikolaus

Michael Kersting ist als Weihnachtsmann und Nikolaus unterwegs.

Kersting: Normalerweise treffe ich mich kurz vorher mit den Eltern, damit sie mir die Geschenke geben können. Dann ziehe ich mich um und stecke die Geschenke in einen Jutesack. Danach begrüße ich die Kinder erstmal. Die gucken mich dann meistens mit großen Augen an. Dann erzähle ich ein bisschen was vom Leben des Nikolaus und stelle das Goldene Buch vor, das ich immer dabei habe. In dem Buch steht drin, wie sich die Kinder im letzten Jahr verhalten haben. Ich lege immer viel wert drauf nicht zu sagen, was schlecht war, sondern was noch verbessert werden kann. Mir ist es wichtig, ein positiv motivierender Nikolaus zu sein, der den Kindern Zuspruch gibt und ihnen sagt, was sie noch lernen können. Dann übergebe ich den Kindern ihre Geschenke und wir stimmen noch gemeinsam zum Abschied ein Lied an.

Was ist die schönste Erinnerung, die Sie als Nikolaus erleben durften?

Kersting: Für mich ist die schönste Erinnerung mit meinem ersten Auftritt vor 28 Jahren verbunden. Das war bei einer Familie mit einem kleinen Kind. Bei der Familie war ich dann viele Jahre in Folge. Nach dem vierten Jahr rief die Mama mich einen Tag vor Nikolaus an und sagte den Termin ab. Bei ihrem Kind wurde Zucker diagnostiziert und deswegen musste es ins Krankenhaus. Ich habe mich dann dazu entschieden als Nikolaus ins Krankenhaus zu fahren. Das Kind hat sich sehr darüber gefreut. Das war sehr ergreifend.

Stand: 06.12.2021, 18:27