Kühe-Erschrecken als Social-Media-Phänomen

Das Bild zeigt Kühe auf einer Weide.

Kühe-Erschrecken als Social-Media-Phänomen

  • Neuer Internettrend: Kühe-Erschrecken
  • Phänomen aus den USA
  • Gefahr für Tier und Mensch

Im Internet kursiert derzeit ein seltsames Phänomen: Bei der sogenannten Cow-Challenge erschrecken vor allem Jugendliche weidende Kühe zu dem spanischen Song "Ku-li-ki-taka". Die kurzen Filme werden über die Videoplattform "TikTok" hochgeladen und verbreitet.

Tiere und Menschen können sich schwer verletzen

Beim Erschrecken können sich die Tiere schwer verletzen, sich zum Beispiel die Beine auf der Flucht brechen. Außerdem stehen gerade auf den Weiden viele trächtige Kühe, die schlimmstenfalls ihre Kälber verlieren. Auch können gestresste Kühe zu früh kalben, wodurch das Immunsystem der Kälber geschwächt wird.

Der Rheinische Landwirtschaftsverband versteht diese Aktionen ausdrücklich nicht als Spaß und macht sich Sorgen, dass die Challenge aus den USA nun auch in Deutschland immer mehr Nachahmer findet. Landwirtin Jessica Krebbing aus Hamminkeln hat für die Aktion ebenfalls kein Verständnis: "Man fragt sich, was bei den Leuten im Kopf abgeht. Das ist so bescheuert. Warum macht man sowas? Kühe sind Fluchttiere, haben ein Fluchtverhalten, die rennen los und merken nicht, ob da ein Zaun ist oder nicht." Die panischen Tiere könnten so auch zu einer Gefahr für den Menschen werden.

Bisher keine Fälle am Niederrhein

Zwar sind am Niederrhein bisher noch keine Fälle der "Cow-Challange" bekannt, dafür aber in Österreich und Süddeutschland. Nur eine Frage der Zeit, bis der Trend zu uns schwappt, befürchtet Jens Buchmann von der Kreisbauernschaft Wesel: "Wir Landwirte sind ja oft viel zu zurückhaltend, wir fangen ja an, sachlich zu argumentieren. Ich habe manchmal das Gefühl, Sachlichkeit hilft da nicht. Das ist eine Straftat, die muss man zur Anzeige bringen, die Leute müssen die Konsequenzen spüren."

Stand: 02.07.2020, 19:55