30 Jahre Bundeskunsthalle

Lokalzeit2go - Bonn 15.06.2022 03:15 Min. Verfügbar bis 15.06.2023 WDR Bonn

30 Jahre internationale Kunst in Bonn

Stand: 17.06.2022, 08:52 Uhr

Vor 30 Jahren, am 17. Juni 1992, eröffnete der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl in Bonn die „Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland“.

Von Ditmar Doerner

Damit wurde nach 43 Jahren Planung die Idee realisiert, ein bundeseigenes Kunsthaus zu eröffnen. Das Museum gegenüber dem ehemaligen Bonner Regierungsviertel besitzt vor allem wegen seiner spektakulären Ausstellungen in den 1990er und 2000er Jahre in der ganzen Welt einen Namen.

Anfänge gehen auf 1949 zurück

Erste Pläne für eine Kunsthalle des Bundes gab es bereits im Geburtsjahr der BRD, 1949. Damals hatten sich 120 Künstler für ein solches „Bundeskunsthaus“ stark gemacht. Aber erst während der Zeit von Helmut Kohl als Bundeskanzler wurde das Millionen-Projekt realisiert. Obwohl Bonn zu diesem Zeitpunkt als Bundeshauptstadt und Regierungssitz bereits abgewählt worden war.

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Zu sehen ist eine runde, bunte Frauenfigur der Künstlerin Nikki de Saint-Phalle.

1992 wurden in der Bundeskunsthalle Nanas der Künstlerin Nikki de Saint-Phalle ausgestellt.

Aber die Kritiker verstummten schnell. Denn die neue Bundeskunsthalle etablierte sich sofort. Und wurde zum Publikumsmagneten. Bereits mit der allerersten Ausstellung 1992. Die bunten, massigen Nana-Figuren der französisch-schweizerische Malerin und Bildhauerin Nikki de Saint-Phalle machten das Bonner Haus direkt auch international bekannt. Publikumsmagneten waren auch Ausstellungen mit den Schätzen aus der Grabkammer des Tut-Anch-Amun 2004 und den Kunstwerken des New Yorker Guggenheim-Museum 2006.

Skandal und Neuanfang

Ein Jahr später, 2007, der Skandal: Die beiden Chefs des Hauses mussten gehen. Der Bundesrechnungshof warf ihnen vor, Bundesgelder nicht sachgemäß – für Musikkonzerte statt für Ausstellungen - eingesetzt zu haben. Was folgte war ein Publikumseinbruch. Es dauerte Jahre, bis sich die Bundeskunsthalle von dem Skandal erholte.

Mittlerweile fährt das Haus wieder in ruhigerem Fahrwasser. Und macht trotzdem Schlagzeilen. Allerdings erneut positive. Zum Beispiel 2017 mit der sogenannten „Gurlitt-Ausstellung“. Darin setzte sich das Bonner Haus kritisch mit dem Nazi-Kunstraub und seinen Folgen auseinander.

Über dieses Thema haben wir am 17. Juni 2022 im Radio in der Lokalzeit auf WDR 2 berichtet und am 03. Juni 2022 im WDR Fernsehen in der Lokalzeit aus Bonn um 19:30 Uhr.

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