Versuchter Totschlag: Bonner Intensivtäter erneut vor Gericht

Der Angeklagte verantwortet sich im Gerichtssaal des Bonner Landgerichts.

Versuchter Totschlag: Bonner Intensivtäter erneut vor Gericht

  • Opfer gegen Kopf und Oberkörper getreten
  • Niklas' Mutter als Zuschauerin im Gerichtssaal
  • Lange Haftstrafe droht

Ein 23-jähriger Intensivtäter muss sich seit Donnerstag (11.07.2019) wegen versuchten Totschlags vor dem Bonner Landgericht verantworten. Der Beschuldigte galt auch im Fall des getöteten Schülers Niklas in Bad Godesberg lange Zeit als Hauptverdächtiger, wurde am Ende aber freigesprochen.

Kaugummikauend vor Gericht

Sein Auftritt macht schon fast einen routinierten Eindruck. Der junge Mann kaut Kaugummi, trägt Markenkleidung und -schuhe. Die Handschellen lässt er sich geduldig abnehmen. Das Reden überlässt er im Gerichtssaal seinem Anwalt. Der räumt die Vorwürfe im Namen seines Mandanten weitgehend ein und lässt Besserung geloben.

Prozess gegen Bonner Intensivtäter Walid S. Lokalzeit2go - Bonn 26.04.2019 02:24 Min. Verfügbar bis 11.07.2020 WDR Bonn

Belastende Aussagen durch Polizeibeamte

Die Staatsanwaltschaft ist sich sicher: Der 23-Jährige soll im Februar in Bonn einen am Boden liegenden Mann gegen den Kopf getreten und schwer verletzt haben. Während Zeugen der Schlägerei erstaunliche Gedächtnislücken haben, sind Aussagen von Polizeibeamten eindeutig. Ein Beamter schildert mindestens zwei Tritte gegen Oberkörper beziehungsweise Kopf des Opfers; die Aussagen der Beamten weichen in diesem Punkt voneinander ab.

Angeklagter ist der Polizei gut bekannt

Der Angeklagte sitzt in Haft. Und das nicht zum ersten Mal. Auch nach dem Freispruch im Fall Niklas wurde der 23-Jährige immer wieder als Gewalttäter wegen Schlägereien, Attacken und Bedrohungen aktenkundig. Rechtskräftig verurteilt wurde er bisher zweimal.

Niklas Mutter vor Gericht

Auch Denise P., die Mutter des getöteten Niklas, ist an diesem Tag im Gericht anwesend. Es sei ihr sehr schwer gefallen, sagt sie. Denn es sei sehr schmerzhaft für sie, den 23-Jährigen überhaupt zu sehen, unabhängig davon, ob er der Täter im Fall ihres getöteten Sohnes sei.

Stand: 11.07.2019, 16:18

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