Neues Kirchen-Institut im Kampf gegen Missbrauch

Pressekonferenz der Deutschen Bischofskonferenz, Schatten der Protagonisten bei der Vorstellung der Missbrauchsleitlinien der katholischen Kirche

Neues Kirchen-Institut im Kampf gegen Missbrauch

Von Frank Piotrowski

  • Erzbistum Köln als Vorbild
  • Institut zur Aufarbeitung
  • Sitz des Institutes in Rheinland Pfalz

Die katholische Kirche in Deutschland gründet ein Institut zur Aufarbeitung von Missbrauch. Das teilten die Bistümer Köln und Trier am Montag (27.05.2019) mit. Leiter der neuen Einrichtung wird der Kölner Sozialwissenschaftler Oliver Vogt. Ab Mitte September beginnt das neue Institut seine Arbeit im rheinlandpfälzischen Lantersheim.

Kölner Sozialwissenschaftler erfahren mit Missbrauch in der Kirche

Der neue Chef des "Instituts für Prävention und Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt" Oliver Vogt (rechts) im Gespräch mit Missbrauchsopfer Patrick Bauer.

Der neue Chef des "Instituts für Prävention und Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt" Oliver Vogt (rechts) im Gespräch mit Missbrauchsopfer Patrick Bauer

Oliver Vogt arbeitet bisher für das Kölner Erzbistum. Als sogenannter Integrationsbeauftragter kümmert er sich um aktuelle Fälle, bei denen Missbrauch in einer kirchlichen Einrichtung vermutet wird. Dabei konnte er Erfahrung in der Zusammenarbeit mit der Justiz aber vor allem auch bei der Betreuung der Opfer sammeln. Unter anderem richtete Vogt in Köln einen Betroffenenbeirat ein. Sieben betroffene Männer und drei betroffene Frauen sitzen in dem Gremium, das bisher zweimal getagt hat.

Trierer Bischof will deutschlandweit einheitliche Standards

Auf Initiative des Trierer Bischofs Stephan Ackermann, soll der Kölner Sozialarbeiter künftig alle Bistümer in Deutschland beim Aufbau der notwendigen Organisationsstrukturen zur Bekämpfung von Missbrauch beraten. Nach der im vergangenen Jahr veröffentlichten Missbrauchsstudie der Katholischen Kirche gab es von 1946 bis 2014 Hinweise auf 3.677 Betroffene Opfer sexuellen Missbrauchs durch Priester, Diakone und Ordensleute.

Weitere Untersuchungsergebnisse im Kölner Erzbistum im Herbst erwartet

Für den Herbst werden im Kölner Erzbistum die Untersuchungsergebnisse einer Münchener Anwaltskanzlei erwartet, die derzeit die Missbrauchsfälle der vergangenen Jahrzehnte im Hinblick auf die mögliche Vertuschung durch frühere Bischöfe, Generalvikare und Personalchefs untersucht.

Stand: 27.05.2019, 15:26