Kormoran-Insel in Wesel abgeholzt

Kormoran-Insel in Wesel abgeholzt

  • Unbekannte fällen Bäume auf Kormoran-Insel
  • NABU ist empört über Tat
  • Geldstrafe: bis zu 50.000 Euro

Die Äste liegen chaotisch gehäuft übereinander, die kahlen Baumstümpfe dazwischen. Einige Kormorane sitzen am Rand der Insel, schwimmen zwischen den umgestürzten Ästen hin und her. Bis zu 100 Vögel pro Tag kommen laut NABU Wesel normalerweise auf die kleine Insel im Bergen-See, nutzen sie vor allem als sicheren Schlafplatz.

Geldbuße bis zu 50.000 Euro möglich

Für Peter Malzbender, Vorsitzender des NABU-Kreisverbands Wesel, steht fest: Wer die Insel so zerstört hat, muss mit einem Boot auf die Insel gefahren sein, die Bäume mit einer Motorsäge abgesägt haben. „Das ist kein Kavaliersdelikt, das ist eine mutwillige Tat, ein übles Vorgehen gegen die Natur“, sagt er.

Bereits vor rund einem Monat hatte ein Vogelkundler des Naturschutzbundes den Vandalismusschaden an der Insel bemerkt, zeigte die Straftat bei der unteren Naturschutzbehörde des Kreises Wesel an. Die hofft nun auf Zeugenaussagen von Anwohnern und Spaziergängern. „Nach dem Bundesnaturschutzgesetz ist die Beseitigung von Fortpflanzungs- und Ruhestätten verboten“, sagt Klaus Horstmann, Vorsitzender der Naturschutzbehörde. „Eine solche Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße von bis zu 50.000 Euro geahndet werden.“

Gefährdet Vandalismus Bestand der Kormorane?

Die Insel zwischen Bislich und Bergerfurth wurde vor einigen Jahren extra für den Naturschutz stehen gelassen. Alle Schlafplätze in NRW werden zentral erfasst, die Daten zu Tieren, die etwa dort die Winterzeit verbringen, werden festgehalten und analysiert. Vor rund 30 Jahren galt der Kormoran als fast ausgestorben, hat sich mittlerweile seinen Lebensraum zurückerobert. Laut NABU ist der Bestand auf der Bislicher Insel in den vergangenen Jahren allerdings nicht weiter gestiegen – Vandalismustaten wie diese könnten also zu einer Gefahr für die Vogelart am Niederrhein werden.

Stand: 11.02.2020, 19:15

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