Zwei Frauen und ein Mann stehen vor einem Auto mit geöffneter Heckklappe und halten Demo-Plakate in den Händen

"Omas gegen Rechts" aus Kall wollen Zeichen setzen gegen Impfgegner 

Stand: 05.01.2022, 18:53 Uhr

Dass Impfgegner durch ihre bundesweiten Demonstrationen ständig Aufmerksamkeit auf sich ziehen, ärgert eine Gruppe von Frauen aus der Eifel. Die "Omas gegen Rechts" aus Kall wollen deshalb selbst ein sichtbares Zeichen gegen die Kritiker der Corona-Maßnahmen setzen. Und ihrerseits auf der Straße für Solidarität werben und gegen die Impfgegner protestieren.

Etwa 70 Demonstranten waren am Montag der "Omas gegen Rechts" gefolgt, um in Mechernich ein Zeichen gegen den gleichzeitigen Aufmarsch der Impfgegner zu setzen. Angeführt von Walli Forner.

"Omas gegen Rechts" müssen keine Omas sein

Die 67-jährige ist ehemalige Postbeamtin und Gastwirtin und hat die Kaller Ortsgruppe der "Omas gegen Rechts" im Frühjahr 2019 gegründet. "Das war damals im Vorfeld der Europawahl, als ich einige Frauen der Omas von Rechts aus Köln kennengelernt und mir gedacht habe, so eine Gruppe können wir auch in Kall gut gebrauchen", so Walli Forner. Aus den sieben Gründungsmitgliedern sind inzwischen fast 40 "Omas" geworden, die allerdings nicht alle Omas sein müssen. Auch Wallis Enkelinnen sind mit dabei, und Männer sind genauso willkommen. Viele "Omas" hatten sich in den vorangegangenen Jahren schon bei der Hilfe für Flüchtlinge eingesetzt. 

Ehemalige Kriminalbeamtin setzt auf Kommunikation

Zwei ältere Frauen sitzen am Küchentisch und sprechen miteinander

Walli Forner (links) und Sabine Henze

Mit dabei ist auch Sabine Henze. Die 72-jährige ist ehemalige Kriminalbeamtin und sieht das durchaus als Vorteil: "Ich habe schon das Gefühl, dass ich aufgrund meiner Erfahrung beim einen oder anderen einen besseren Zugang finde und eher gehört werde." Seit Jahren ist sie in Mechernich auch als Mitglied der SPD-Fraktion politisch aktiv. Ihr Engagement bei den "Omas gegen Rechts" sieht sie allerdings bewusst völlig unabhängig von Partei-Mitgliedschaften oder parteipolitischen Neigungen. "Bei uns können und sollen alle mitmachen, die sich für unseren Rechtsstaat, unsere Demokratie einsetzen."

Solidarität mit den Pflegekräften

"Omas gegen Rechts" gibt es in ganz Deutschland. Und die haben sich auch in den sozialen Medien vernetzt. So ist auch Walli Forner nicht nur in Kall und Umgebung aktiv. Etwa zweimal pro Monat fährt sie mit anderen "Omas" zu Demonstrationen in ganz Deutschland. Um ein klares Zeichen zu setzen. Für Frieden und ein Miteinander.

"Mir ist auch die Solidarität mit allen Pflegekräften in dieser Zeit sehr wichtig", sagt sie. Und Sabine Henze ergänzt: "Ich bin völlig überzeugt, dass wir gegenüber den Kritikern, Impfgegnern und Verschwörungstheoretikern, die jetzt auf die Straße gehen, deutlich in der Mehrheit sind. Nur werden die momentan mehr wahrgenommen, weil sie lauter sind." Und das will sie ändern. Indem sie die Menschen dazu aufruft, sich ihr und ihren Mitstreiterinnen anzuschließen, wenn sie Gesicht zeigen und gegen die Impfgegner demonstrieren.

Für Montag (10. Januar 2021) sind die nächsten Demonstrationen in Mechernich und Euskirchen geplant. Walli Forner und Sabine Henze hoffen, dass sich das noch weiter herumspricht und sich dadurch noch mehr Gleichgesinnte zu ihnen gesellen. Auch wenn sie keine Omas sind.