Coronavirus: Zwei Fälle der indischen Mutante in Köln

Der Kölner Dom in der abendlichen Dämmerung

Coronavirus: Zwei Fälle der indischen Mutante in Köln

Von Jochen Hilgers

In Köln sind zwei Fälle der indischen Mutante des Corona-Virus nachgewiesen worden. Das hat das Gesundheitsamt am Mittwoch dem WDR bestätigt.

Nach Informationen des WDR handelt es sich bei beiden Infizierten um zwei Männer, die unabhängig voneinander erst vor wenigen Tagen aus Indien nach Deutschland eingereist sind.

Bei einem ist der Gesundheitszustand nach Angaben aus dem städtischen Krisenstab so stabil, dass er nicht in ein Krankenhaus eingeliefert werden musste, sondern sich in häuslicher Quarantäne befindet. Der zweite infizierte Mann befindet sich allerdings wegen seines Zustands in stationärer Behandlung und ist dort isoliert worden.

Erste Nachweise in NRW?

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts vom Mittwoch wurde die indische Variante des Coronavirus (B.1.617) bisher in Deutschland 22 Mal nachgewiesen. Ob es sich bei den beiden Kölner Fällen um die ersten in Nordrhein-Westfalen handelt, ist noch unklar. Das NRW-Gesundheitsministerium und die Stadt Köln konnten dies auf WDR-Anfrage am Mittwochabend nicht beantworten.

Prof. Dr. Christian Drosten auf einer Unterrichtung des Bundesministeriums für Gesundheit

Christian Drosten

Auch zu der Gefahr, die von der Mutante ausgeht, ist noch nicht viel bekannt. In seinem Podcast "Coronavirus-Update" (NDR-Info) erklärte Virologe Christian Drosten am Dienstag, es gebe bisher keine Belege, dass Menschen durch sie schwerer erkrankten. Allerdings betonte Drosten gleichzeitig, dass die Datenlage noch dünn sei. "Es kann sein, dass in zwei Monaten sich herausstellt, dass doch irgendwas ist mit diesem Virus."

Kölner Gesundheitsamt in Sorge

Am Vormittag waren die indischen Mutationen bei routinemäßigen Tests entdeckt worden. In Köln werden positive Coronatests schon seit Wochen auf die verschiedenen Mutationen hin untersucht. Bislang wurde dabei überwiegend aber die britische Mutante nachgewiesen.

Der Leiter des Kölner Gesundheitsamtes, Johannes Nießen, zeigte sich dem WDR gegenüber sehr besorgt über die heutige Entwicklung. Sie zeige, wie schnell sich Mutationen weltweit verbreiten würden. Nießen forderte die Bevölkerung vor diesem Hintergrund erneut zu hoher Vorsicht und der Einhaltung aller Coronaschutzmaßnahmen auf.

Der heutige Nachweis der indische Mutante in Köln wird Diskussionen über Reiseverbote nach und aus Indien befeuern. Der Chef des Kölner Gesundheitsamtes würde ein Reiseverbot jedenfalls begrüßen.

Stand: 28.04.2021, 19:55