Impfung von Obdachlosen und Flüchtlingen in Städteregion Aachen

Ein Mann sitzt auf einem stuhl und bekommt von einem Arzt ein Impfung.

Impfung von Obdachlosen und Flüchtlingen in Städteregion Aachen

Von Purvi Patel

Obdachlose, Flüchtlinge und andere Wohnungslose werden seit heute in der Städteregion Aachen von mobilen Ärzteteams geimpft. In den Not- und Gemeinschaftsunterkünften sind dafür provisorische Impfräume eingerichtet worden. 

Die Impfaktion startet in Würselen. Impfarzt Stefan Hansen trägt die Kartons mit Schutzkleidung, Spritzen und Impfdosen in die Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge. In dem ehemaligen Schulgebäude leben 21 Menschen, hauptsächlich Familien. Ein ehemaliges Büro, nunmehr eine Abstellkammer,  wurde zum Behandlungsraum umfunktioniert. Mediziner Hansen packt die Impfdosen in einen Kühlschrank in der Ecke. 

Einmalige Spritze mit Impfstoff von Johnson und Johnson

Eine Hand hält ein Fläschchen mit Corona-Impfstoff.

Insgesamt stehen für die Städteregion Aachen 2.800 Impfdosen bereit - für Obdachlose, Geflüchtete und Menschen, die von Wohnungslosigkeit bedroht sind. Sie erhalten den Impfstoff von Johnson und Johnson. Er habe den Vorteil, dass er nur einmal gespritzt werden müsse, erklärt Michael Ziemons, Dezernent für Gesundheit und Soziales in der Städteregion. Ihm war es wichtig, so schnell wie möglich die Wohnungslosen zu impfen. Viele Obdachlose haben Vorerkrankungen und gehören daher zur Hochrisikogruppe. Die Geflüchteten leben in den Gemeinschaftsunterkünften beengt. Sie teilen sich Küche und Bad, einige wohnen in Mehrbettzimmern. 

Sozialarbeiter übersetzen

Stefan Hansen und seine Kolleginnen bereiten die Impfungen vor. Fast alle Bewohner lassen sich impfen, doch sie haben Fragen. Sozialarbeiter helfen und übersetzen bei Sprachschwierigkeiten. Ein 36-Jähriger aus dem Irak lebt erst seit einem Monat in dieser Unterkunft, zusammen mit seiner Frau und ihrem Kind. Zuvor haben sie in einer anderen Unterkunft in Westfalen gelebt. Sie wissen nicht, wie lange sie in Würselen bleiben werden, wie ihre Zukunft aussieht. Die Impfung gibt ihnen Sicherheit, sagt der 36-jährige. Eine Sorge weniger. 

Gute Vorbereitung

Das Impfen geht zügig voran. Die Sozialarbeiter und die Stadt Würselen hätten ziemlich gut vorgearbeitet, sagt Stefan Hansen. Die Papiere sind vollständig da, die zu impfenden Personen auf den Termin vorbereitet. Er hofft, dass es überall so sein wird. Nach zirka einer Stunde fährt der Mediziner weiter. Ein Obdachlosenheim und vier weitere Flüchtlingsunterkünfte stehen bei ihm auf der Liste. Am Abend ist er mit Würselen durch, am morgigen Freitag kommt die nächste Stadt dran.  

Stand: 06.05.2021, 15:27