Hausärzten mangelt es an Impfstoff für Booster-Impfungen

Impfstoff wird auf Spritze aufgezogen

Hausärzten mangelt es an Impfstoff für Booster-Impfungen

Von Jochen Hilgers

Die Ärzte im Oberbergischen Kreis klagen über einen erheblichen Mangel an Impfstoff. Allein in dieser Woche würde die Hälfte des aktuell benötigten Impfstoffes nicht geliefert, sagt der Hausärzte-Verband Oberberg.

Und wieder ist Impfstoff knapp. Ausgerechnet jetzt, wo die Impfkampagne erst so richtig Fahrt aufnimmt, beklagen die Ärzte einen erheblichen Mangel. Zum Beispiel die Hausärzte im Oberbergischen Kreis. Allein in dieser Woche würden 6.600 bestellte Impfdosen der Firma Biontech nicht geliefert. Das sei die Hälfte der für diese Woche tatsächlich benötigten Impfstoffe, sagt der Hausärzte-Verband Oberberg.

Oberbergischer Hausarzt muss Impftermine zum großen Teil absagen

Der Mangel an Impfstoff hat dramatische Auswirkungen zum Beispiel in der Praxis von Claus-Peter Bockhacker in Bergneustadt-Wiedenest. Der 55-jährige Hausarzt hat am Nachmittag eine kleine Lieferung aus der örtlichen Apotheke bekommen. Es ist der Wirkstoff der Firma Moderna. Davon hat er noch einige Dosen im Kühlschrank.

Biontech wird langsam knapp. Bis Ende des Jahres wollte er quasi den halben Ort impfen. Das kann er vergessen – kein Impfstoff. 800 Termine hatte er an vier verschiedenen Tagen in der Adventszeit vergeben. Die muss er zum großen Teil absagen. Es sei eine Katastrophe, sagt der engagierte Hausarzt.

Hausarzt Claus-Peter Bockhacker in seiner Praxis in Bergneustadt-Wiedenest

Hausarzt Bockhacker fehlt Impfstoff zum Boostern

Frust im Team und bei den Patienten

800 Termine, die Antonia Pontoropoulos bereits vereinbart hatte. Die 35-Jährige ist ununterbrochen am Telefon. Lädt Impflinge aus, verschiebt Termine ins kommende Jahr. Die Arzthelferin hat in der Praxis derzeit keine andere Aufgabe, als die Impfung zu organisieren.

Eines der Probleme: Sie weiß nie, welche Menge von welchem Impfstoff auch kommt. Aus einer Biontech-Ampulle werden aber sechs bis sieben Spritzen gezogen. Aus einer Moderna-Ampulle sind es 20. Da ist es eine logistische Herausforderung, die entsprechenden Patienten einzuladen.

Moderna bei Patienten in oberbergischer Praxis unbeliebt

Hausarzt Bockhacker impft derweil Philipp Blum gegen Grippe. Der Lehrer hat bereits zwei Corona-Impfungen bekommen, wartet aber noch auf seine Booster-Impfung. Welchen Impfstoff er bekommen wird, ist ihm egal. Er soll demnächst mit dem Moderna-Impfstoff geimpft werden.

Patient Blum ist die Ausnahme. Moderna ist bei den Patienten aus unerfindlichen Gründen unbeliebt, weiß der Hausarzt. Immer wieder muss er Überzeugungsarbeit leisten. Moderna würde beim Boostern zum Beispiel nach zwei Biontech-Impfungen besser wirken als eine dritte Biontech-Impfung.

Trotzdem bestehen viele auf Biontech. Der Impfstoffmangel trifft den Oberbergischen Kreis hart, sagt der Hausarzt. Denn hier ist die Inzidenz mit knapp 450 (Stand: 30.11.2021) besonders hoch.

Was machen die Corona-Impfstoffe?

Frag Dich fit 23.07.2020 21:03 Min. Verfügbar bis 23.07.2031 WDR 2


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Stand: 30.11.2021, 18:48