Bonner Prostituierten-Mord: Mehr als 14 Jahre Haft

Der 59-jährige Angeklagte im Mordfall an einer Immenburg-Prostituierten wurde zu 14 Jahren und sechs Monaten verurteilt.

Bonner Prostituierten-Mord: Mehr als 14 Jahre Haft

Von Tobias Al Shomer

  • Ein 59-Jähriger ist wegen Mordes an einer Prostituierten verurteilt worden.
  • Das Strafmaß: 14 Jahre und 6 Monate.
  • Es ist bereits das dritte Urteil.

Vor dem Landgericht Köln ist am Mittwoch (19.12.2018) ein 59-Jähriger wegen Mordes an einer Prostituierten zu 14 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Seine Komplizin, ebenfalls eine Prostituierte, zu zwei Jahren und neun Monaten Haft. Es ist bereits das dritte Urteil gegen die beiden.

Als er das Urteil hörte, brach der Angeklagte in Tränen aus. Offenbar hatte er gehofft, dass er im dritten Prozess freigesprochen würde. Doch auch die Kölner Richter hatten keinen Zweifel, dass der Mann 2009 im Bonner Eros-Center in der Immenburgstraße eine Prostituierte ermordet hat - um an ihr Erspartes zu kommen. Die Indizienlage sei erdrückend, hieß es bei der Urteilsbegründung.

Ersten beiden Urteile aufgehoben

Zwei Schuldsprüche gab es bereits in Bonn. Beide Urteile hob der Bundesgerichtshof wegen Fehlern in der Beweiswürdigung auf. Die Bundesrichter hatten kritisiert, dass eine Zeugenaussage nicht ausreichend ausgeräumt worden sei. Laut Anklage ist das Opfer in der Nacht zum Samstag umgebracht worden. Am Samstag um 14 Uhr wollen aber zwei Zeuginnen das Opfer noch gesehen haben.

Die Kölner Richter haben die Kritikpunkte des BGH nun sehr umfangreich abgearbeitet. Eine Aussagegutachterin hat die beiden Zeuginnen untersucht und ihre Aussage analysiert. Laut ihrem Gutachten kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich beide geirrt haben und die Person verwechselt haben.

Auffälliges Verhalten nach der Tat

Die Indizienlast gegen den Angeklagten ist erdrückend. Ermittler fanden seine DNA unter den Fingernägeln des Opfers. Zudem hat er sich in der Tatnacht auffallend merkwürdig verhalten. So hat er einen Pullover und eine Baseball-Kappe nachts entsorgt. Einen nachvollziehbaren Grund dafür konnte er nicht nennen. Zudem konnte er nicht erklären, warum er direkt nach der Tat an einem Samstagmorgen um 7 Uhr seinen Rechtsanwalt angerufen hatte.

Treibende Kraft war Mitangeklagte

Für die Kölner Richter ist aber auch klar: treibende Kraft hinter dem Hauptangeklagten war die 43-jährige Mitangeklagte. Auch sie arbeitete als Prostituierte im Eros-Center. Den Plan ihre Kollegin um mindestens 10.000 Euro zu erleichtern, hatte sie nach Überzeugung der Richter. Deshalb verurteilten sie die Komplizin wegen Raubes zu 2 Jahren und 9 Monaten Haft.

Prostituierten-Mord: Täter zu mehr als 14 Jahren Haft verurteilt 00:31 Min. Verfügbar bis 20.12.2019

Stand: 20.12.2018, 09:42

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