Illegale Autorennen auch in NRW ein Problem

Illegale Autorennen auch in NRW ein Problem

  • Raser-Hotspots in NRW
  • Sonderermittlungsgruppe in Köln
  • Harte Strafen sollen abschrecken

Auch in NRW hat die Polizei mit Hotspots der Raser-Szene zu kämpfen: In Dortmund ist es der Dortmunder Wall, in Köln die Kölner Ringe und auch in Leverkusen muss die Polizei immer wieder wegen illegaler Rennen ermitteln.

Die Polizei kontrolliert Autos am Dortmunder Wall

Die Polizei kontrollierte Autos am Dortmunder Wall.

Dass ein Autoraser, der einen Unfall verursacht, nun erstmals rechtskräftig - wegen Mordes - verurteilt wurde, hält der Kölner Polizist Alexander Schwarzer daher für eine wichtige Signalwirkung.

"Der Appell ist wichtig, dass es sich hier nicht um Spaß oder ein Kavaliersdelikt dreht, sondern um hoch kriminelles Verhalten dieser Menschen", sagte Alexander Schwarzer. "Wir sprechen hier von einer schweren Straftat, wo wir ja von einer möglichen Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren sprechen. Das sollte jedem Bewusstsein, der solche Dinge tut oder vorhat."

Sonderermittlungsgruppe der Kölner Polizei

Seit 2015 gibt es in Köln die Sonderermittlungsgruppe "Rennen" der Polizei, zu der auch Alexander Schwarzer gehört. Gemeinsam mit seinem Team geht er gezielt gegen illegale Autorennen vor und leistet Präventionsarbeit. "Wir sind da ganz nah dran an der Szene", erklärt er.

"Harte Strafen haben kaum Wirkung"

Illegales Autorennen

Ob harte Strafen, tatsächlich etwas bringen: Nico Klassen ist da skeptisch. Früher war er selbst in der Raser-Szene aktiv, seit seinem Ausstieg engagiert sich der Hammer in Sachen Präventionsarbeit, will potentielle Täter von einer Straftat abhalten. "Das interessiert diese Leute gar nicht. Die haben einfach einen gewissen Sucht-Spiegel, den sie halten wollen oder immer wieder gekickt haben wollen."

Wer an illegalen Autorennen teilnehme, der blende die Strafe aus, sagt Nico Klassen. "Dir ist bewusst, was passieren kann, aber du hast das Bewusstsein dafür nicht, vielleicht kann man das so ausdrücken."

Legale Autorennen als Präventionsmaßnahme?

Um illegalen Autorennen vorzubeugen, schlägt Nico Klassen daher vor, Strecken für legale Autorennen frei zu geben. "Hier können sie sich dann legal messen, legal fahren und gefährden keine Menschen."

Die Kölner Polizei steht diesem Vorschlag jedoch kritisch gegenüber. "Solche Ersatz-Veranstaltungen gehen unserer Meinung nach einfach am Problem vorbei. Denn unser Klientel, das möchte nicht auf der Rennstrecke schnell fahren, sondern die suchen den Kick im öffentlichen Straßenverkehr, da wo sich viele Menschen aufhalten, dort schnell zu fahren, um sich zu profilieren."

Stand: 18.06.2020, 18:55