Braunkohleausstieg: 15 Milliarden Euro für NRW

RWE-Mitarbeiter demonstrieren gegen Ausstieg aus der Braunkohle

Braunkohleausstieg: 15 Milliarden Euro für NRW

Von Britta Kuck

  • RWE informierte Mitarbeiter über Folgen des Kohleausstiegs
  • 40 Milliarden Euro Strukturhilfe vom Bund
  • RWE-Chef kündigt zügigen Personalabbau an

Der Personalabbau bei RWE wird zügig beginnen. Das kündigte RWE-Chef Rolf Martin Schmitz am Freitag (01.02.2019) bei der Betriebsversammlung in Hambach an. Konkrete Aussagen über den Abbau machte Schmitz aber nicht. Dennoch werde das Unternehmen weiterhin junge Mitarbeiter einstellen und Auszubildene übernehmen.

Laschet: 15 Milliarden Euro für Rheinisches Revier

Laschet geht mit Mitarbeitern über RWE-Gelände

Auch Armin Laschet besuchte die Versammlung.

An zehn Standorten im Rheinischen Revier wurden am Freitag RWE-Beschäftigte über die Folgen des früheren Braunkohleausstiegs informiert. In den Tagebauen Inden, Garzweiler und Hambach fanden gleichzeitig Betriebsversammlungen für die 10.000 Mitarbeiter statt.

Dem NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet zufolge, gibt es seit Donnerstagabend (31.01.2019) nach einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel eine verbindliche Zusage der Bundesregierung. Danach soll der Bericht der Kohlekommission in allen Teilen umgesetzt und nicht mehr aufgeweicht werden.

40 Milliarden Euro Strukturhilfe sollen demnach in den kommenden 20 Jahren in die betroffenen Reviere fließen, davon 15 Milliarden ins Rheinische Braunkohlerevier. Mit dem Geld sollen neue industrielle Arbeitsplätze geschaffen werden.

10.000 RWE-Mitarbeiter auf Betriebsversammlungen im rheinischen Braunkohlerevier

Auf den Betriebsversammlungen von RWE wurde am Freitag über die Zukunft des rheinischen Braunkohlereviers informiert. Auch Ministerpräsident Armin Laschet äußerte sich zur Umsetzung des Kohlekommissionsberichts.

RWE-Mitarbeiter vor Betriebsversammlung

An insgesamt elf Standorten im Rheinischen Revier - wie hier in Hambach - gab es Betriebsversammlungen.

An insgesamt elf Standorten im Rheinischen Revier - wie hier in Hambach - gab es Betriebsversammlungen.

RWE-Mitarbeiter fürchten um ihre Jobs.

15 Milliarden Euro will die Bundesregierung für den Strukturwandel im Rheinischen Braunkohlerevier bereitstellen.

Mit dem Geld sollen neue industrielle Arbeitsplätze geschaffen werden.

Ministerpräsident Laschet gab bekannt, dass der Bund den Bericht der Kohlekommission vollständig umsetzen werde.

Die Kohlekommission hatte sich auf einen Ausstieg aus der Kohle-Verstromung bis spätestens 2038 geeinigt. Bis 2022 sollen sieben Gigawatt Kohlekraftwerke vom Netz gehen.

Vassiliadis: Kein Mitarbeiter wird harte Einschnitte erleben

Die Gewerkschaft IGBCE geht davon aus, dass bis 2022 jeder fünfte Job in der Braunkohle verloren geht. Ihr Vorsitzender Michael Vassiliadis betonte am Freitag, Ziel sei, dass in der Region kein Arbeitsplatz verloren gehe. Kein Mitarbeiter werde harte persönliche Einschnitte erleben, so Vassiliadis.

RWE-Mitarbeiter demonstrieren gegen Ausstieg aus der Braunkohle

RWE-Mitarbeiter vor Start der Versammlung

Gewerkschaften und Betriebsräte fordern das ein, was die Kohlekommission empfohlen hat: keine betriebsbedingten Kündigungen und für ältere Mitarbeiter die Möglichkeit, in den vorzeitigen Ruhestand zu gehen unter Ausgleich von Rentenabschlägen. Außerdem wird ein staatliches Anpassungsgeld vorgeschlagen.

Die Kohlekommission hatte sich auf einen Ausstieg aus der Kohle-Verstromung bis spätestens 2038 geeinigt. Bis 2022 sollen sieben Gigawatt Kohlekraftwerke vom Netz, darunter Braunkohlekraftwerke mit einer Kapazität von drei Gigawatt und vier Gigawatt Steinkohlekraftwerke.

Die Zukunft des Rheinischen Braunkohlereviers 01:49 Min. Verfügbar bis 01.02.2020

Stand: 01.02.2019, 14:15