IGBCE fordert Wiederaufnahme der Rodungen

Banner bei einer Demo der IGBCE

IGBCE fordert Wiederaufnahme der Rodungen

Die Mitarbeiter der Industriegewerkschaft IGBCE aus Alsdorf halten am Donnerstag (07.12.2017) eine Mahnwache in Kerpen-Buir ab – in Nähe des Braunkohlentagebaus Hambach.

Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie fordert unter anderem, dass die Rodungen im Hambacher Wald so schnell wie möglich wieder aufgenommen werden. Die Verunsicherung in der Belegschaft sei sehr groß, erklärt der Alsdorfer IGBCE-Bezirksleiter Manfred Maresch. Die Mitarbeiter bräuchten endlich Sicherheit.

OVG Münster hat die Rodungen gestoppt

Das Oberverwaltungsgericht Münster hatte Anfang Dezember vorgeschlagen, die Rodungen bis Ende des Jahres auszusetzen. Zugleich machten die Richter einen Vergleichsvorschlag. Der Energiekonzern RWE und die Landesregierung sollen einen Sachverständigen beauftragen, der prüfen soll, ob es sich beim Hambacher Forst um ein europäisches Naturschutzgebiet handelt. Das sieht der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland so und verweist vor allem auf das Vorkommen der Bechstein-Fledermaus in dem Waldgebiet. Deshalb hatte er gegen die Rodungen geklagt. Bis Mitte Dezember können die Verfahrensbeteiligten über den OVG-Vorschlag entscheiden.

BUND begrüßt Vorschlag

IGBCE Gewerkschafter demonstrieren

IGBCE-Gewerkschafter demonstrieren Anfang Dezember 2017 in Bergheim

Der BUND hat bereits erklärt, dass er jeden Vorschlag begrüße, der zu einer Lösung des Konflikts beitrage. RWE und Land prüfen derzeit noch und werden sich wohl erst in der kommenden Woche äußern. Im Konflikt um den Hambacher Forst ruft die Gewerkschaft IGBCE auch dazu auf, Straftaten konsequent zu verfolgen. Es müsse endlich aufhören, dass es zu gewalttätigen Protestaktionen kommt, fordert Maresch. In den ersten beiden Tagen der diesjährigen Rodungssaison wurden Mitarbeiter von RWE, aber auch die Polizei, unter anderem mit Steinen beworfen. Außerdem bauten die Umweltaktivisten Barrikaden auf, um die Arbeiten zu behindern.

Gewerkschaft befürchtet Jobverlust

Mit der heutigen Mahnwache will die IGBCE aber auch den Druck auf eine künftige Bundesregierung erhöhen. Die Braunkohlebranche befürchtet einen erheblichen Verlust von Arbeitsplätzen. Sollte die neue Regierung die Kapazitäten der Braunkohlekraftwerke drosseln, dann hätte dies massive Auswirkungen auf das Rheinische Revier. Hier sind derzeit mehr als 10.000 Menschen beschäftigt. Viele Beschäftigte seien sauer, wütend – ein schneller Ausstieg aus der Braunkohle würde erhebliche Proteste der Arbeitnehmer nach sich ziehen, betont die IGBCE.

Stand: 07.12.2017, 13:43