Nachhaltige Firma aus Burscheid

Lokalzeit2go - Bergisches Land 20.10.2022 Verfügbar bis 20.10.2023 WDR Wuppertal

Vorbild für andere? Burscheider Firma baut auf nachhaltige Energie

Stand: 20.10.2022, 10:12 Uhr

Wer schon eine Photovoltaikanlage auf dem Dach hat, kann sich jetzt in Zeiten der Energiekrise freuen. Ein Automobilzulieferer in Burscheid hat fast eine Million Euro in Solarpanelen gesteckt.

Von Michaela Heiser

Die Solaranlage auf dem Dach ist nur eines von vielen Puzzleteilen, mit denen das Unternehmen der Energiekrise die Stirn bieten will. Neue Pufferspeicher im Keller sollen zum Beispiel helfen, Gas zu sparen. Insgeamt 4.000 Liter Wasser werden in Zukunft mit dem Strom der Photovoltaik-Anlage auf dem Dach erhitzt. Damit werden dann am Wochenende die Produktionshallen geheizt.

"Wir gehen davon aus, dass wir noch 150.000 kWh Gas im Jahr brauchen. Früher waren es aber knapp 700.000.“ Max Buß, Energiemanager bei Fietz

Der kunststoffverarbeitende Betrieb spart Energie nicht nur beim Heizen. Die Firma produziert Dichtungen unter anderem für die Automobilindustrie. Dabei entsteht Wärme, die man früher einfach rausgepustet habe. Mit Hilfe eines Wärmetauschers werde mit der Energie jetzt das Wasser zum Duschen für die Mitarbeitenden erwärmt.

Beschäftigte bringen eigene Ideen ein

Nachhaltige Firma aus Burscheid

Firmenchef Maryo Fietz

Geschäftsführer Maryo Fietz hat seine Leute in sein nachhaltiges Wirtschaften mit eingebunden. Viele Ideen stammen von den Beschäftigten. Zum Beispiel wurden alte Fensterdichtungen ausgetauscht: „Das ist nur ein ganz kleiner Anteil und nicht nur diese Vorschläge sind von den Mitarbeitern gekommen. Insofern werden sie mit in die Prozesse eingebunden und damit hab ich sie auch hinter mir und auf meiner Seite“, sagt Maryo Fietz.

Auch andere Firmenstandorte sollen nachhaltiger werden

Der Firmenchef will auch die anderen drei Standorte des Unternehmens in Burscheid und Radevormwald mit Solartechnik ausstatten. Bei den aktuellen Energiepreisen, werde sich die Investition bereits in fünfeinhalb Jahren amortisieren, meint Fietz. Schon jetzt schätzt der Unternehmer, spart er mehr als 150.000 Euro Stromkosten im Jahr. Insgesamt will der Firmenchef bis zu vier Millionen Euro investieren, um in acht Jahren CO2 neutral zu sein.