Rhein-Erft-Kreis: Hürther gegen Bau einer Starkstromleitung

Arbeiter arbeiten an einer hohen Stromleitung

Rhein-Erft-Kreis: Hürther gegen Bau einer Starkstromleitung

Anwohner in Hürth wollen den Bau einer so genannten Höchstspannungsleitung in der Stadt verhindern. Sie haben jetzt eine Klage beim Bundesverwaltungsgericht Leipzig eingereicht.

Die Leitung transportiert Starkstrom von der Nordsee bis nach Süddeutschland und durchquert auch ein Wohngebiet im Hüther Stadtteil Efferen. Die Anwohner haben Angst, dass sie krank werden, beispielsweise durch Strahlung. Denn direkt an ihren Balkonen und Fenster vorbei sollen große Mengen Starkstrom nach Baden Württemberg fließen. Die Forderung der Anwohner: Entweder ein Erdkabel oder eine Trassenführung um ihr Wohngebiet herum.

Die dafür zuständige Bezirksregierung Köln lehnt das ab. Der Bau der Höchstspannungsleitung durch Efferen sei die beste Lösung, sagt die Behörde. Das habe auch eine erneute Prüfung ergeben. Doch in Efferen sind die Anwohner weiterhin skeptisch und haben sich deshalb entschieden zu klagen.

Bislang Teilerfolg für Anwohner

Es ist bereits ihr zweiter Gang nach Leipzig zum Bundesverwaltungsgericht. In 2018 hatten die Anwohner einen Teilerfolg errungen. Das Bundesverwaltungsgericht Leipzig stellte damals fest, dass die Kölner Bezirksregierung beim Planfeststellungsbeschluss einen Fehler gemacht hatte. Denn die Behörde habe die Belange, die für eine Umgehung sprechen, nicht ausreichend ermittelt, heißt es in der Urteilsbegründung. Diesen Fehler habe sie auch diesmal gemacht, so ein Sprecher der Anwohnerinitiative. Es sei nicht alles unter die Lupe genommen worden. Ob die umstrittene Höchstspannungsleitung nun weitergebaut wird, ist noch offen.

Der Netzbetreiber Amprion, der die Trasse im Auftrag der Bezirksregierung baut, will erst einmal die Klageschrift lesen. Dann sehen wir weiter, so Sprecherin Joelle Boullion. 

Stand: 14.08.2020, 12:43