Frau und Ungeborenes nach Thallium-Vergiftung außer Lebensgefahr

Ein Auto der Polizei.

Frau und Ungeborenes nach Thallium-Vergiftung außer Lebensgefahr

Von Oliver Köhler

Nach einer schweren Vergiftung mit dem Metall Thallium besteht für eine 36-jährige Frau aus Hürth und ihr ungeborenes Kind keine Lebensgefahr mehr. Die Ermittlungen gegen den Lebensgefährten gehen weiter.

Der Fall beschäftigt die Staatsanwaltschaft: Es besteht der Verdacht, dass die Frau von ihrem Lebensgefährten vergiftet wurde. Außerdem wird dem Mann vorgeworfen, die Großmutter seiner Lebensgefährtin und seine frühere Ehefrau mit Thallium getötet zu haben. Der Verdächtige sitzt in Untersuchungshaft. Er bestreitet die Taten. Ermittler haben im Haus des Mannes allerdings Thallium gefunden. Computer und Handys wurden sichergestellt. Außerdem untersuchen die Ermittler Bankkonten.

Die Großmutter der Lebensgefährtin war im April vergangenen Jahres an einer Vergiftung gestorben. Bereits im Mai 2020 starb in einem Düsseldorfer Krankenhaus die damalige Ehefrau des Mannes aus Hürth. Nach dem Tod der 35-Jährigen hatte die Staatsanwaltschaft Ermittlungen eingeleitet, weil eine erhöhte Thalliumkonzentration in ihrem Blut gefunden wurde.

Staatsanwaltschaft Düsseldorf ermittelte schon mehr als ein Jahr

Laut Staatsanwaltschaft Düsseldorf gab es aber damals keine Hinweise, dass die Frau vorsätzlich vergiftet wurde. Mit weiteren Ermittlungen wollte die Staatsanwaltschaft Düsseldorf klären, wie das Thallium in den Körper der Frau gelangt war.

Diese Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen gewesen. Anhaltspunkte, dass ihr früherer Ehemann etwa damit zu tun hatte, gab es nach Angaben einer Sprecherin der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft aber nicht.

Haftbefehl gegen Hürther wegen Mordverdachts

Jetzt hat die Kölner Statsanwaltschaft das Verfahren aus Düsseldorf übernommen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft hat das Amtsgericht Köln Haftbefehl wegen Mordes und versuchten Mordes erlassen. Das Motiv für die Taten ist bislang unklar.

Stand: 15.12.2021, 12:27