Hürther soll Frauen mit Schwermetall vergiftet haben – zwei Tote

 Eine Flasche mit dem Rattengift Thallium.

Hürther soll Frauen mit Schwermetall vergiftet haben – zwei Tote

Von Oliver Köhler

Die Polizei hat in Köln einen 41-jährigen Mann festgenommen, der im Verdacht steht, drei Frauen vergiftet zu haben. Zwei von ihnen starben, eine weitere Frau und ihr ungeborenes Kind schweben laut Polizei in Lebensgefahr.

In allen Fällen soll der Tatverdächtige aus Hürth den Opfern Thallium verabreicht haben. Thallium ist ein weiches Metall - ähnlich wie Blei - und sehr giftig.

Die Polizei hatte die Ermittlungen in der vergangenen Woche aufgenommen, nachdem die schwangere Lebensgefährtin des mutmaßlichen Täters mit einer lebensbedrohlichen Vergiftung in ein Krankenhaus eingeliefert worden war. Laut Polizei ist unklar, ob die 36-Jährige und das ungeborene Kind die schwere Vergiftung überleben werden. Die Mutter der Frau hatte Anzeige erstattet.

Frauen mit Thallium vergiftet – Großmutter exhumiert

Es stellte sich heraus, dass nicht nur die schwangere Lebensgefährtin des Tatverdächtigen mit Thallium vergiftet wurde. Hinweise verdichten sich, dass auch ihre 92-jährige Großmutter und die frühere Frau des Tatverdächtigen Opfer einer Vergiftung wurden. Beide Frauen waren bereits im vergangenen Jahr gestorben.

Die Staatsanwaltschaft ordnete am vergangenen Wochenende an, die 92-jährige Großmutter zu exhumieren. Eine Obduktion bestätigte die Thallium-Vergiftung. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass auch die frühere Ehefrau mit Thallium getötet wurde. Über ein Motiv für die Tat wurde bisher nichts bekannt. Der Verdächtige bestreitet, die Frauen vergiftet zu haben.

Stand: 01.12.2021, 19:48