Düsseldorfer Hotel angezündet - Angeklagter schweigt

Düsseldorfer Hotel angezündet - Angeklagter schweigt

  • 20.000 Euro für das Anzünden eines Düsseldorfer Hotels?
  • Angeklagter äußert sich nur zu seinem Lebensweg
  • Komplizen und Auftraggeber bisher nicht verraten

Ein mutmaßlicher Auftrags-Brandstifter steht wegen achtfachen Mordversuchs in Düsseldorf vor Gericht. Beim Prozessauftakt am Landgericht äußerte sich der 29-jährige Kroate am Dienstag (03.07.2018) nur zu seinem bisherigen Lebensweg und schwieg zu den Tatvorwürfen.

Er sei 2014 nach Deutschland gekommen und habe in Düsseldorf bei einer Baufirma gearbeitet. 2015 habe er begonnen, Kokain und Amphetamin zu konsumieren, ließ der Mann über seinen Anwalt erklären.

"Tod der Gäste billigend in Kauf genommen"

Vor eineinhalb Jahren soll er nachts mit einem Komplizen fünf Liter Benzin im Eingangsbereich eines Hotels verschüttet und angezündet haben. "Er nahm den Tod der schlafenden Gäste billigend in Kauf", sagte Staatsanwältin Britta Zur.

Ein Gast habe noch eine Matratze aus dem Fenster geworfen, bevor er hinterher sprang - und brach sich die Wirbelsäule. Ein weiterer erlitt beim Sprung aus dem ersten Stock leichte Verletzungen.

Hotel bei Monteuren aus Osteuropa beliebt

Laut Anklage waren dem mutmaßlichen Täter 20.000 Euro für seine Tat geboten worden. Seinen Komplizen und seinen Auftraggeber habe er bislang aber nicht verraten. Das Feuer war in der Nacht zum 17. Dezember 2016 ausgebrochen.

Zum Zeitpunkt des Brandes wurde das Hotel, das bei Monteuren aus Osteuropa beliebt war, von einer indischen Familie betrieben. Videos der Überwachungskamera zeigen zwei Brandstifter. Sie verschütten im Eingangsbereich eine brennbare Flüssigkeit, Sekunden später lodern Flammen auf.

Stand: 03.07.2018, 12:31

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