Zum ersten Mal hören: Ukrainischer Junge bekommt Hilfe in Bonn

Stand: 05.04.2022, 18:41 Uhr

Der fünfjährige Mischka ist Anfang März mit seiner Mutter und seinen Geschwistern aus der Ukraine nach Bad Honnef geflohen. Er ist gehörlos und kann nicht sprechen. In seiner Heimat war deshalb eine Operation geplant, dann begann der Krieg. Nach einem WDR-Bericht hilft jetzt ein Hörakustiker aus Bad Godesberg.

Von Anette Flentge

Ein großer Tag für Mischka

Mischka strahlt. Er weiß, dass es heute ein ganz besonderer Tag für ihn und seine Mutter Olha Hunrydev werden könnte. "Ich bin so glücklich",  sagt sie. "Ich freue mich so. Es ist der beste Tag für uns."

Kostenlose Hilfe für den Fünfjährigen aus der Ukraine

In Bad Godesberg hatten Dan Hilgert-Becker und sein Team im WDR von Mischkas Schicksal gehört. Dass der Junge nicht hören und sprechen kann und dass nun durch die Flucht eine geplante OP nicht stattfinden kann. Dem Fünfjährigen sollte ein Implantat eingesetzt werden, mit dessen Hilfe er hören können soll. "Das hat uns bewegt", sagt der Hörakustiker Dan Hilgert-Becker. "Ich bin selbst Vater von drei  Kindern, der älteste ist so alt wie Mischka. Wir wollen einfach helfen, natürlich kostenlos."

Stimulation für Mischkas Innenohr

Mischkas Innenohr funktioniert nicht richtig. Die Behandlung startet heute mit einem Hörgerät. Das ist sehr stark und soll das Ohr des Fünfjährigen stimulieren, damit er wenigstens erstmal überhaupt irgendetwas hört. "Ein bisschen hören ist immer besser als gar nicht", findet der Akustik-Meister.

Plötzlich leuchten die Augen

Dann wird´s spannend. Dan Hilgert-Becker pegelt langsam die Lautstärke hoch. Erstmal passiert nichts. Dann plötzlich bewegen sich Mischkas Augen schnell hin und her, sie werden groß. Und dann lacht der Fünfjährige, schaut ungläubig seine Mutter an. Mit dem Hörgerät nimmt er die Testtöne wahr.

Bei seiner Mutter Olha laufen die Tränen. "Es ist magisch“, sagt sie. "Mir fehlen die Worte. Ich bin einfach glücklich. Ich habe nur in seine Augen geschaut und – wow."

OP kann in vier Wochen stattfinden

Einen Monat lang soll so Mischkas Hörvermögen stimuliert werden. Wenn alles wie geplant läuft, wird er in der Uniklinik Bonn ein Hörgerät implantiert bekommen. Für Olha und ihren jüngsten Sohn Mischka heißt das: Sie werden irgendwann auch miteinander reden können.

Über dieses Thema berichtet der WDR in der Lokalzeit Bonn um 19:30 Uhr. 

So wurde Mischkas Hörakustiker gefunden

Lokalzeit2go - Bonn 05.04.2022 03:14 Min. Verfügbar bis 05.04.2023 WDR Bonn