"Windloch" im Bergischen offiziell "Riesenhöhle"

"Windloch" im Bergischen offiziell "Riesenhöhle"

  • "Windloch"-Höhle in Engelskirchen offiziell "Riesenhöhle"
  • Gänge von insgesamt mehr als 5.000 Metern gefunden
  • Platz 15 auf der Höhlen-Rangliste in Deutschland

Die erst kürzlich entdeckte "Windloch"-Höhle im oberbergischen Engelskirchen ist jetzt offiziell eine "Riesenhöhle". Das hat der Arbeitskreis Kluterthöhle (AKKH) am Mittwoch (11.09.2019) bekanntgegeben. Von einer Riesenhöhle spricht die Höhlenforschung, wenn Höhlengänge von insgesamt mehr als 5 Kilometern Länge vorhanden sind.

Die "Riesenhöhle" von Engelskirchen

Die Windloch-Höhle im oberbergischen Engelskirchen ist jetzt offiziell eine "Riesenhöhle". Das hat der Arbeitskreis Kluterthöhle (AKKH) am Mittwoch bekanntgegeben.

Im Inneren der Riesenhöhle von Engelskirchen

Von einer Riesenhöhle spricht die Höhlenforschung, wenn Höhlengänge von insgesamt mehr als fünf Kilometern Länge vorhanden sind. Zu den Riesenhöhlen zählen in Deutschland zum Beispiel die Kluterthöhle in Ennepetal und die Atta-Höhle im Sauerland. 

Von einer Riesenhöhle spricht die Höhlenforschung, wenn Höhlengänge von insgesamt mehr als fünf Kilometern Länge vorhanden sind. Zu den Riesenhöhlen zählen in Deutschland zum Beispiel die Kluterthöhle in Ennepetal und die Atta-Höhle im Sauerland. 

In der "Korallenstraße" finden sich 360 Millionen Jahre alte Teile eines Korallenriffs. Hinweis darauf, dass die Gegend um Engelskirchen zu dieser Zeit in den Tropen lag und im Lauf von Millionen Jahren nach Norden gedriftet ist.

Das Windloch gilt nach Atta-Höhle im Sauerland und Kluterthöhle in Ennepetal nun als drittgröße NRW-Höhle und rangiert bundesweit auf Rang 15.

Zeugnis für die erdgeschichtliche Bedeutung der Höhle geben auch diese Fossilien, genannt Crinoidenstielglieder. Andere bizarre Gebilde und Tropfsteine im versteckten Labyrinth sind über Jahrtausende von einem stetigen Luftstrom geformt worden. Daher der Name Windloch.

Durch diesen schmalen Zugang bahnten sich die Forscher den Weg ins Innere. Besucher werden allerdings keinen Zugang bekommen. Der Betrieb einer öffentlich zugänglichen Höhle wäre zu teuer.

Platz 15 der größten deutschen Höhlen

Nach der Atta-Höhle im Sauerland und der Kluterthöhle in Ennepetal gilt das Windloch nun als drittgrößte Höhle in NRW - und eine Steigerung ist möglich, denn noch längst nicht alle Gänge sind erkundet. Deutschlandweit rangiert die Höhle im Bergischen auf Platz 15 der größten Höhlen, so die Vertreter des Arbeitskreises.

Im März erstmals betreten

Im März hatten die Höhlenforscher erstmals die mindestens 35 Millionen Jahre alte Tropfsteinhöhle im Ründerother Mühlenberg in Engelskirchen betreten. Sie fanden Kristalle, Fossilien und seltene Gipsformationen - und das in teils hallenartigen Gängen. "Das ist wirklich ein Jahrhundertfund, da gibt es noch viel zu erforschen", sagte Stefan Henscheid vom Geologischen Dienst Nordrhein-Westfalen am Mittwoch (11.09.2019) in Engelskirchen. Die Höhle sei auch im europäischen Vergleich außergewöhnlich.

Keine Besucher erlaubt

Besucher werden die Höhle allerdings nicht sehen können. Der Eingang ist verschlossen und videoüberwacht, damit keine Neugierigen eindringen. Die nahe gelegene Aggertalhöhle dagegen ist für alle geöffnet. Die Gemeinde Engelskirchen überlegt, dort ein neues Besucherzentrum zu bauen, in dem Interessierte sich auch über die neue Höhle informieren könnten. Denkbar sei etwa, das "Windloch" durch einen virtuellen Rundgang erlebbar zu machen.

Stand: 11.09.2019, 18:54