Xavier-Naidoo-Konzert im Hockeypark Mönchengladbach soll stattfinden

Xavier Naidoo während eines Gesangauftritts

Xavier-Naidoo-Konzert im Hockeypark Mönchengladbach soll stattfinden

Ein geplantes Konzert des Sängers Xavier Naidoo im Hockeypark Mönchengladbach sorgt für Unmut. Es soll aber weiterhin stattfinden.

Xavier Naidoo wird seit einiger Zeit immer wieder kritisiert. Der Sänger hat sich bereits mehrfach homophob und rassistisch geäußert. Hinzu kommen Äußerungen Naidoos, in denen er die Corona-Pandemie leugnet und Verschwörungsmythen propagiert.

Bands wollen nicht Bühne mit Naidoo teilen

Zwei Tage nach einem im Juni geplanten Konzert Naidoos soll im Hockeypark ein Festival mit lokalen Bands und Musikern stattfinden. Die Mönchengladbacher Bands "Birk" und "All Aboard" haben ihre Auftritte beim Festival allerdings abgesagt.

Marius Spürkmann von "All Aboard" erklärte dem WDR: "Wir als Band All Aboard haben uns dazu entschlossen von unserem Auftritt im Sparkassenpark zurückzutreten, weil wir nicht die Bühne mit Verschwörungstheoretikern und Menschenfeinden wie Xavier Naidoo teilen wollen und sich das unserer Meinung auch jeglicher Diskussion entbehrt, so jemandem eine Plattform zu geben."

Hockeypark bleibt bei Konzert-Plänen

Auf WDR-Anfrage erklärte Michael Hilgers, Geschäftsführer des SparkassenParks und erster Vorsitzende des Corinna-Vereins, dass man sich von den Aussagen und der Weltanschauung Naidoos distanziere und sie aufs Schärfste verurteile. Das Konzert des Künstlers soll aber dennoch am 4. Juni stattfinden, da für eine Absage die rechtliche Grundlage fehle.

Als der Vertrag zwischen dem Künstler und dem SparkassenPark geschlossen wurde, war Xavier Naidoo dort schon mehrfach erfolgreich aufgetreten und noch in der Öffentlichkeit anerkannt. In einer Stellungnahme an die Mitglieder der Corinna e.V. heißt es: „Die Auflösung eines solchen Vertrages ist rechtlich ohne die Zahlung einer Vertragsstrafe in deutlich sechsstelliger Höhe nicht möglich und kann von niemandem geleistet werden.“

Auch das Corinna-Festival soll Anfang Juni stattfinden. Geplant sind dort neben den Auftritten lokaler Musiker auch Workshops und ein Markt, auf dem lokale Aussteller ihre Produkte verkaufen können.

Der Verein hinter dem Festival beschreibt die Veranstaltung als "größten bisherigen Zusammenschluss der lokalen Kulturszene".

Hockeypark Mönchengladbach sagt Xavier-Naidoo-Konzert nicht ab

00:46 Min. Verfügbar bis 22.01.2022


Viele Vorwürfe gegen Naidoo in der Vergangenheit

Xavier Naidoo gilt als umstritten. Er ist in der Vergangenheit bereits mehrmals mit fragwürdigen Äußerungen aufgefallen. 2014 war der Sänger zudem bei einer "Reichsbürger"-Demo aufgetreten. Am Tag der Deutschen Einheit hatte er auf einer Bühne vor dem Reichstag in Berlin die deutsche Verfassung infrage gestellt und behauptet, Deutschland sei noch immer von den USA besetzt. Naidoo erklärte damals in einem Statement, er habe das Recht, sich "systemkritisch" zu äußern.

Auf die Frage, ob die Menschen in Deutschland frei sind, antwortete Xavier Naidoo im ARD-Morgenmagazin 2011: "Aber nein, wir sind nicht frei. Wir sind immer noch ein besetztes Land. Deutschland hat keinen Friedensvertrag und dementsprechend ist Deutschland auch kein echtes Land und nicht frei."

Der Fernsehsender RTL hatte Xavier Naidoo nach Rassismusvorwürfen im März 2020 aus der Jury von "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS) geworfen. Zuvor war von ihm ein Video mit Äußerungen über Zuwanderer aufgetaucht. In dem Liedtext hieß es unter anderem: "Ich habe fast alle Menschen lieb, aber was, wenn fast jeden Tag ein Mord geschieht, bei dem der Gast dem Gastgeber ein Leben stiehlt?"

Stand: 25.01.2021, 13:23