Nach Unwetter: Müllverbrennungsanlagen unter Druck

Nach Unwetter: Müllverbrennungsanlagen unter Druck

Von Udo Bühlmann

In den vom Unwetter betroffenen Gebieten türmen sich Müllberge auf den Straßen. Die müssen jetzt so schnell wie möglich weg. Für die Abfallwirtschaftsbetriebe keine leichte Aufgabe.

Der Abfall aus den Katastrophengebieten muss schnellstmöglich entsorgt werden - allein aus hygienischen Gründen. Keime und Bakterien können sich in dem feuchten Abfall rasch vermehren. Die Müllverbrennungsanlagen, kurz MVA, in Köln und Bonn haben Kapazitäten freigemacht, um die großen Abfallmengen schnell beseitigen zu können. Die Entsorgung koordinieren Müllverbrennungsanlagen in Köln, Bonn, Wuppertal und Herten.

Situation in Bonn spitzt sich zu

Die MVA Bonn hat bereits rund 3.000 Tonnen Müll aus den Überschwemmungsgebieten angenommen. Die Situation spitze sich zu, sagte ein Sprecher dem WDR. Weitere Kapazitäten seien nötig, um die Müllberge abzutragen. Zurzeit werde daher kein Gewerbemüll angenommen.

Nach dem Unwetter: Müllberge türmen sich in Gemeinden im Rheinland

Durchnässter Hausrat, alte Fotoalben, zerstörte Geräte: All das türmt sich nach dem Unwetter schlammbedeckt auf den Straßen im Rheinland. Die Städte und Gemeinden gehen nun dagegen vor.

Müllberge nach Hochwasser in Leverkusen

Vom Wasser aufgeweichte Aktenordner stapeln sich am Straßenrand.

Vom Wasser aufgeweichte Aktenordner stapeln sich am Straßenrand.

In Leverkusen warten diese Müllberge auf ihren Abtransport.

Berge von ehemaligen Wohnungseinrichtungen.

Helfer packen tatkräftig mit an.

Auf den Bürgersteigen liegen zerstörte Möbel.

Auch in Bliesheim sind die Müllberge gigantisch.

Hohe Müllberge in Bliesheim.

Sortieren von Abfall macht kaum Sinn

Die Müllverbrennungsanlage in Köln hat Platz geschaffen, um den Hochwassermüll zu verbrennen. Wir können aktuell bis zu 200 Tonnen täglich zusätzlich annehmen, sagte ein Sprecher. Die Menge könne voraussichtlich noch gesteigert werden. Normalerweise werde der Abfall vor der Verbrennung sortiert, das mache bei dem Sperrmüll auf den Überschwemmungsgebieten jedoch kaum Sinn, weil das Holz stark mit Schlamm verschmutzt sei.

Zwischenlager in Wuppertal

Müllverbrennungsanlage von Herten

Müllverbrennungsanlage (MVA) in Herten

In Wuppertal rechnet die MVA mit rund 3.000 Tonnen Hochwasserabfall, der verbrannt werden muss. Der durchnässte Müll werde zunächst zwischengelagert und nach und nach verbrannt. Der Grund: Der nasse Abfall brennt sehr schlecht und muss mit besser brennbarem Müll gemischt werden. Bei der Entsorgung des Hochwassersperrmülls arbeitet die Wuppertaler Anlage mit der MVA in Herten zusammen.

Abfall aus Euskirchen und Rhein-Erft-Kreis landet in Bielefeld

Auch in der Bielefelder Müllverbrennungsanlage wird Abfall aus dem Rhein-Erft-Kreis und dem Kreis Euskirchen verbrannt. Der Abfall werde von einer Müllsortieranlage im Sauerland angeliefert, heißt es in Bielefeld.

Betreiber arbeiten zusammen

In NRW arbeiten die Betreiber der Verbrennungsanlagen bei der Beseitigung des Hochwasserabfalls eng zusammen. Man stimmt sich untereinander ab. Auch die Bezirksregierung Köln ist an der Koordinierung der Entsorgung beteiligt. Dort können sich Kommunen und Unternehmen melden, die Probleme bei der Entsorgung haben. Am Freitag soll in einer Videokonferenz der MVA-Betreiber das weitere Vorgehen abgestimmt werden.   

Stand: 21.07.2021, 21:02