Ultraschall-Geräte könnten in Wuppertal vor Flut warnen

Neues Pegel-Messsystem für den Hochwasserschutz Lokalzeit Bergisches Land 14.10.2021 28:24 Min. Verfügbar bis 14.10.2022 WDR Von Georg Lembeck

Ultraschall-Geräte könnten in Wuppertal vor Flut warnen

Ein intelligentes System zur Pegelmessung könnte in Zukunft früher vor Hochwasser warnen. In Wuppertal entwickelt sollen moderne, lernfähige Pegelmessgeräte nonstop den Pegel der Wupper überwachen. Die Idee stammt von Andreas Groß - dessen Firma im Juli ebenfalls überflutet worden war.

Das Ultraschall-Messgerät unter der Brücke

Das Ultraschall-Messgerät unter der Brücke

Das Ultraschall-Messgerät ist kaum größer als ein Smartphone, aber dreimal so dick. Zwei starke Magneten halten das Messgerät an den Stahlstreben unterhalb einer Brücke in Wuppertal-Kohlfurth. Von dort funkt es den aktuellen Pegelstand der Wupper.

Es ist eines von mehreren Geräten, die bereits im Einsatz sind und ihre Daten an einen Server schicken. Dort werden sie aufgerufen und weiterverarbeitet, um später ein komplett neues Warnsystem entstehen zu lassen. Das soll mit der Zeit sogar selbst immer mehr dazu lernen.

Neues System soll zielgenaue Vorhersagen ermöglichen

Das Ziel: Wenn eine Flutwelle in Elberfeld auftritt, soll man in Zukunft wissen, wann und mit welcher Intensität sie flussabwärts ankommt. Exakte Vorhersagen und verlässliche Warnstufen werden so möglich.

Andreas Groß, Mitinhaber der Berger-Gruppe

Andreas Groß

Andreas Groß, Mitinhaber der Berger-Gruppe, die vornehmlich Hightech-Roboter herstellt, war selbst Opfer des Jahrtausendhochwassers. Mitarbeiter schafften es noch, die teuren Maschinen und Roboter hochzubocken. Trotzdem entstand ein Schaden von mehr als 800.000 Euro.

Modell-Lösung auch für andere Hochwasser-Regionen?

Groß ist sicher: Mit einer besseren Vorwarnung hätte viel Schaden verhindert werden können. Er wurde aktiv, um das Warnsystem zu optimieren. Ginge es nach ihm, würden die Ultraschall-Messgeräte jetzt an möglichst vielen Stellen der Wupper und ihrer Nebenflüsse installiert werden.

Bei einer Präsentation vor den Oberbürgermeistern der Bergischen Großstädte und dem Wupperverband wurde das Pegelmesssystem sehr positiv beurteilt. Vor allem, weil es vergleichsweise kostengünstig ist: 300 Euro kostet ein Ultraschallmessgerät. Vielleicht wäre das auch eine Modell-Lösung für andere Regionen. Überlegungen dazu existieren bereits.

Stand: 14.10.2021, 06:00

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