Flutkatastrophe in Erftstadt und anderen Regionen: Betroffene bekommen psychologische Hilfe

Sechs Expertinnen stellten sich beim Traumaforum in Erftstadt-Lechenich den Fragen der Betroffenen.

Flutkatastrophe in Erftstadt und anderen Regionen: Betroffene bekommen psychologische Hilfe

Von Christian David

Expertinnen aus ganz Deutschland sind am Dienstagabend in Erftstadt-Lechenich zusammengekommen, um Fragen von Betroffenen der Flutkatastrophe zu beantworten.

Die massiven Überschwemmungen der vergangenen Wochen haben in weiten Teilen Deutschlands in den Straßen und Häusern der betroffenen Regionen Spuren der Verwüstung hinterlassen.

Viele Menschen haben große Teile ihres Hab und Guts verloren, können ihre Wohnungen oder Häuser für einen längeren Zeitraum nicht im gewohnten Umfang nutzen oder haben ihr Zuhause sogar für immer verloren. Manche wurden unter lebensbedrohlichen Bedingungen kurzfristig aus ihren Wohnorten evakuiert.

Traumaforum in Erftstadt-Lechenich: Hilfe für Hochwasser-Opfer

Doch es gibt nicht nur materielle Folgen: Viele Betroffenen sind traumatisiert. Beim Traumaforum in Erftstadt haben sie nun psychologische Hilfe bekommen.

Insgesamt sechs Expertinnen standen am Dienstagabend für Fragen aus dem Netz zur Verfügung. Trauma- und Familientherapeutinnen genauso wie eine Ärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Sie wollen den Betroffenen helfen, die Erlebnisse zu verarbeiten.

Hochwasser in Erftstadt-Blessem: Barbara Schauten verlor ihre Wohnung

Barbara Schauten aus Erftstadt-Blessem ist Betroffene der Flutkatastrophe.

Zu den Betroffenen gehört auch Barbara Schauten. Sie hat seit der Flutkatastrophe vor einem Monat schlimme Wochen hinter sich. Zum Zeitpunkt des Hochwassers lebte sie in ihrer Wohnung in Erftstadt-Blessem. Einem Stadtteil, der ganz besonders von den Wassermassen der Erft betroffen war.

Die Wohnung von Barbara Schauten ist seitdem unbewohnbar. Sie muss komplett saniert werden. Die 35-Jährige kam zuerst bei Bekannten in der Umgebung unter. Im Moment lebt sie übergangsweise in Köln. Sie leidet unter Angstzuständen.

Wohnung von Barbara Schauten in Erftstadt-Blessem, nachdem das Hochwasser gewütet hatte.

Bestimmte Bilder tauchten regelmäßig auf, sagt Schauten: „Es sind Wasserfluten, die ich immer wieder sehe. Das Wasser läuft und läuft. Es war anfangs auch schwierig, Regen auszuhalten. Selbst beim Duschen war es anfangs sehr bedrückend.

Hochwasser-Trauma: Barbara Schauten hat sich psychologische Hilfe geholt

Auch Barbara Schauten hat sich Hilfe geholt bei einer Traumatherapeutin in Köln. Bereits in den ersten beiden Sitzungen merkte die 35-Jährige, dass es ihr hilft, das Erlebte zu verarbeiten.

Erftstadt als Veranstaltungsort für das Traumaforum war übrigens bewusst gewählt worden: Von hier gingen die Bilder der Katastrophe um die Welt. Nun soll von hier ein Zeichen der Hoffnung gesendet werden.

Stand: 17.08.2021, 16:16