Studie empfiehlt: Weniger Kliniken in und um Köln

Notaufnahme im St. Hildegard Krankenhaus

Studie empfiehlt: Weniger Kliniken in und um Köln

  • Prognose: 24 Krankenhäuser entbehrlich
  • Leverkusen und Solingen planen Kooperation
  • Kölner Kliniken vor Zusammenschluss mit Uni-Klinik?

Gibt es in und um Köln zu viele Kliniken? Dieser Frage ist die Bertelsmann-Stiftung nachgegangen. Sie hat Köln, Leverkusen und Umgebung als Modellregion untersucht. Die Simulation zeigt, dass die Region mit 14 statt den aktuell 38 Akutkrankenhäusern eine bessere Versorgung bieten könnte, ohne dass die Patienten im Durchschnitt viel längere Fahrzeiten in Kauf nehmen müssten. Die Bündelung von medizinischem Personal und Gerät würde zu einer höheren Versorgungsqualität in den verbleibenden Häusern beitragen, vor allem in der Notfallversorgung und bei planbaren Operationen, heißt es in der Studie.

Qualität statt schneller Erreichbarkeit

Die Studie ging der Frage nach, wie eine Versorgung durch Kliniken aussähe, die sich nicht in erster Linie an einer schnellen Erreichbarkeit, sondern an Qualitätskriterien orientiert. Ergebnis: Eine primäre Orientierung an Fahrzeiten ginge in die falsche Richtung. "Wenn ein Schlaganfallpatient die nächstgelegene Klinik nach 30 Minuten erreicht, dort aber keinen entsprechend qualifizierten Arzt und nicht die medizinisch notwendige Fachabteilung vorfindet, wäre er sicher lieber ein paar Minuten länger zu einer gut ausgestatteten Klinik gefahren worden", so Brigitte Mohn, Vorstand der Bertelsmann-Stiftung.

Leverkusen und Solingen kooperieren

Uni-Klinik Köln

Wohin führt der Weg der Kliniken in und um Köln?

In der Region Köln-Leverkusen könnte mehr als die Hälfte der Krankenhäuser wegfallen. Nur 14 der derzeit 38 Akutkliniken bräuchte es laut der Studie. Und tatsächlich scheint die Entwicklung, die Zahl der Krankenhäuser in der Region zu verringern, Fahrt aufzunehmen. So verhandeln derzeit die Kliniken Leverkusen und Solingen zumindest über einen Verbund. Ziel ist vor allem die Kostenersparnis. Als Grund wird aber auch eine Spezialisierung von beiden Häusern angeführt.

So betreiben beide sowohl Leverkusen als auch Solingen erfolgreiche kardiologische Abteilungen. Gut möglich, dass eine engere Kooperation im Falle des Verbundes folgt. Bei der Versorgung von Frühgeborenen gibt es bereits eine Zusammenarbeit.

In Köln noch dieses Jahren Entscheidung über Fusion

Dreifaltigkeits-Krankenhaus Wesseling

Das Dreifaltigkeits-Krankenhaus Wesseling bleibt erhalten

Auch in Köln ist eine engere Zusammenarbeit großer Kliniken in der Diskussion. Weil die drei städtischen Kliniken seit Jahren Verluste einfahren, steht ein Zusammenschluss mit den Universitätskliniken im Raum. Oberbürgermeisterin Henriette Reker will aber noch in diesem Jahr im Stadtrat darüber abstimmen lassen. Ob die städtischen Standorte Merheim, Amsterdamer Straße und Holweide nach einer Fusion erhalten bleiben, ist offen.

Stand: 15.07.2019, 11:34