Nach Tötungsversuch - Heiratsantrag in Bonner Gericht

Das Paar nach Prozessende.

Nach Tötungsversuch - Heiratsantrag in Bonner Gericht

Von Ulrike Schödel

  • Frau stach Partner nieder
  • zu zweieinhalb Jahren Haft veruteilt
  • Opfer stellte Heiratsantrag im Gerichtssaal

Das Bonner Schwurgericht hat eine 33-jährige Mutter aus Mechernich wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt.

Messerstich verletzte 40-Jährigen lebensgefährlich

Im Dezember 2019 hatte sie ihren Lebensgefährten und Vater eines gemeinsamen Kindes mit einem Messerstich in die Brust töten wollen. Der Mann überlebte das Attentat lebensgefährlich verletzt.

Im Prozess hatte der 40-Jährige überraschend die Zeugenaussage verweigert und stattdessen der Angeklagten einen Heiratsantrag gemacht. Die Angeklagte hatte ihre Liebe ebenfalls beteuert und sich beim Verlobten für die schreckliche Tat entschuldigt. An dem Abend sei sie verzweifelt gewesen. Sie hatte selbst exzessiv Alkohol getrunken. Laut Gutachter war sie bei der Tat vermindert schuldfähig gewesen.

Paar konnte Prozess gemeinsam verlassen

Auch wenn der 40-Jährige kein Interesse mehr an einer Strafverfolgung hatte, so sei "doch ein großes Unrecht geschehen, das geahndet werden müsse", so der Kammervorsitzende in der Urteilsbegründung. Es sei nur Zufall, dass der Verlobte überlebt habe, dann hätte es weder Versöhnung noch Hochzeit gegeben, hieß es im Urteil.

Die Bonner Kammer hat am Ende die Untersuchungshaft für die Angeklagte aufgehoben, so konnten sich Täterin und Opfer noch im Gerichtsgebäude in die Arme nehmen und gemeinsam nach Hause fahren. Ihre Haftstrafe wird die 33-Jährige später antreten.

Stand: 23.06.2020, 14:27

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