Die Familie ist nach der Flut in Wohnwagen untergekommen.

Weihnachten ohne Heizung - So feiern Flutopfer in Heinsberg

Stand: 23.12.2021, 13:17 Uhr

Für die Menschen, die von der Flut betroffen sind, wird es diesmal ein anderes Weihnachtsfest. Viele haben immer noch keine Heizung - so wie Familie Peters aus Heinsberg.

Von Britta Kuck

Emilia Peters führt gerade mit ihrer Mutter Mirjam und ein paar Kindern aus der Nachbarschaft fünf Ponys aus. Creamy, das Weiße, hat es der Zehnjährigen besonders angetan. Familie Peters hat einen kleinen Reiterhof in Heinsberg. Es wirkt idyllisch. Aber diese kleine Idylle hat das Hochwasser im Sommer nicht verschont. Der Hof und das angrenzende Wohnhaus der Familie standen bis zu einem halben Meter hoch unter Wasser - auch die Pferdeboxen.

Emilia Peters mit dem Pony Creamy

Emilia erinnert sich daran noch genau: „Dann haben wir erst mal ganz schnell die Pferde weggebracht.“ Nicht weit vom Hof entfernt fließt die Wurm. Der kleine Fluss hatte sich in einen reißenden Strom verwandelt, und mit enormer Wucht Ortsteile von Heinsberg überflutet.

Die Ponys und Pferde haben Emilia und ihrer Familie dabei geholfen, das alles ein Stück weit hinter sich zu lassen und in den Alltag zurück zu finden - auch wenn jetzt vieles anders ist.

Neuer Alltag im Wohnwagen

Das Erdgeschoss des Hauses steht noch immer im Rohbau. Die Familie musste 250 Quadratmeter gegen zwei kleine Wohnwagen tauschen, in denen sie bis vor Kurzem gelebt hat. Jetzt übernachten die Peters zwar wieder in ihren Schlafzimmern auf der ersten Etage des Hauses, aber es ist kalt, denn noch gibt es keine neue Heizung.

Vor gut einem Jahr waren die Peters mit den drei Kindern auf den Hof gezogen und hatten sich damit einen Traum erfüllt. Eigentlich wollten sie hier auch wieder Weihnachten feiern. Mirjam Peters würde Weihnachten in diesem Jahr am liebsten absagen. Sie vermisst die Vorweihnachtszeit mit der Familie, diese besondere Atmosphäre.

Wohzimmer im Rohbau

Auch das Wohnzimmer steht noch im Rohbau.

Weihnachten ohne Wohnzimmer, ohne Weihnachtsbaum, ohne kuscheliges Sofa, ohne Plätzchen backen - das sei schon sehr traurig, sagt Mirjam Peters.

Weihnachten mit warmen Füßen

So ganz auf Weihnachten verzichten, müssen Emilia und ihre Geschwister aber trotzdem nicht. An Heiligabend fahren sie zu den Großeltern in den Nachbarort und wollen auch über Nacht bleiben. Da gibt es den ersehnten Weihnachtsbaum; aber vor allem sei es bei Oma und Opa schön warm, erzählt Emilia; in ihrem Kinderzimmer habe sie immer eiskalte Füße.

Was Emilia sich zu Weihnachten wünscht? „Dass alles wieder normal wird.“