Düsseldorfer Umweltspuren: Handwerk setzt Partnerschaft mit Stadt aus

Düsseldorfer Umweltspuren: Handwerk setzt Partnerschaft mit Stadt aus

  • Handwerk lässt Partnerschaft ruhen
  • Umweltspuren träfen Betriebe hart
  • Kritik an unabgesprochenen Einzelaktionen der Stadt

Die Düsseldorfer Handwerkskammer hat in einem ungewöhnlichen Schritt die Mobilitätspartnerschaft mit der Stadt vorerst auf Eis gelegt. Hauptauslöser sind die umstrittenen Umweltspuren. Die "treffen Handwerksbetriebe und ihre Mitarbeiter und Kunden hart", heißt es in einem offenen Brief an Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) am Freitag (22.11.2019).

Die Zusammenarbeit war vor zwei Jahren unter anderem mit der Verwaltung und der Düsseldorfer IHK ins Leben gerufen worden, um gemeinsam den Verkehr in der Stadt effizienter und umweltfreundlicher zu gestalten.

Handwerk kritisiert "Einzelaktionen der Stadt"

Ein Gesamtkonzept zur Verbesserung der Mobilität sei nicht in Sicht, bemängelt Kammerpräsident Andreas Ehlert: "Was wir erleben, sind dagegen unkoordinierte Einzelaktivitäten der Stadt." Von vielen Eingriffen in den Verkehr habe man nur aus den Medien erfahren.

Die Umweltspuren "führen zu massiven Störungen im Betriebsablauf und betriebwirtschaftlichem Schaden", so Ehlert weiter. Deshalb sei man zwei Jahre nach Beginn der Partnerschaft mehr als ernüchtert.

Viele ungelöste Probleme

Mehrere Männer sitzen am Tisch mit Unterschriftsmappen

Vor zwei Jahren war die Partnerschaft gestartet

Aus Sicht des Handwerks gibt es weiter viele ungelöste Probleme bei der angestrebten Verkehrswende in Düsseldorf. Es fehlten Pendlerparkplätze, es gebe kaum regionale Absprachen mit Nachbarstädten für neue Mobilitätsangebote und die Rheinbahn habe weiter gravierende Probleme bei Pünktlichkeit und Taktung.

Daher sei in der Partnerschaft bisher kaum etwas Positives zu bilanzieren. Die Erwartungen an eine vertrauensvolle Zusammenarbeit hätten sich nicht erfüllt, deswegen werde die Zusammenarbeit bis auf Weiteres ausgesetzt.

Stadt über Rückzug verwundert

OB Geisel zeigte sich vom Schritt der Handwerkskammer überrascht. Gerade die Umweltspuren seien eingerichtet worden, um ein Diesel-Fahrverbot zu verhindern, das Handwerker besonders treffen würde.

"Insofern erweisen die Handwerksfunktionäre ihren Mitgliedern mit dieser Aktion tatsächlich einen Bärendienst", erklärte der OB. Mit den Umweltspuren sollen Anreize entstehen, dass die Autofahrer auf Bus und Bahn umsteigen, so Geisel weiter. Dadurch sollen gerade auch Handwerker, die auf ihr Auto angewiesen sind, wieder mehr Platz auf den Straßen bekommen.

Stand: 22.11.2019, 12:24

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