RWE räumt Barrikaden im Hambacher Forst

Hambacher Forst: Barrieren werden geräumt WDR aktuell 22.11.2018 01:45 Min. Verfügbar bis 22.11.2019 WDR

RWE räumt Barrikaden im Hambacher Forst

  • Polizeikräfte schützten die Arbeiten
  • Vermeintlicher Sprengsatz war Attrappe
  • RWE-Mitarbeiter mit Steinen beworfen

RWE-Mitarbeiter haben am Donnerstag (22.11.2018) Barrikaden von Umweltaktivisten im Hambacher Forst geräumt. Dieser grenzt an dem Tagebau Hambach. Einsatzkräfte der Polizei schützten die RWE-Mitarbeiter bei den Waldarbeiten. Auch sogenannte Tripods wurden beseitigt.

Aktivisten werfen Steine

Mehrere Polizisten zwischen Zelten im Wiesencamp

Festnahme im Wiesencamp

Die Aktion verlief weitgehend friedlich. Die Polizei berichtete allerdings davon, dass vier Aktivisten RWE-Mitarbeiter mit Steinen beworfen haben. Laut Polizei wurden zwei mutmaßliche Steinewerfer im Wiesencamp neben dem Hambacher Forst vorübergehend festgenommen, die beiden anderen flüchteten.

Schon am Vormittag war eine weitere Person, die auf einem Tripod saß, in Gewahrsam genommen worden.

Gegen Mittag hatten Spezialisten des LKA einen Gegenstand entfernt, der wie ein Sprengsatz mit Zeitzünder aussah. Es handelte sich aber um eine Attrappe.

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RWE-Mitarbeiter bauen Zelte ab

RWE-Mitarbeiter entfernen Baumaterial

Eine Sprecherin der Polizei betonte, dass keine Baumhäuser oder andere Wohnstätten geräumt würden. In den vergangenen sechs Wochen waren in dem Wald zahlreiche Neubauten errichtet worden. Darin leben Umweltaktivisten. RWE-Mitarbeiter räumten neben Barrikaden aber auch Zelte am Boden, in denen Baumaterial lagerte.

Wege gesichert

RWE-Mitarbeiter räumen die Barrikaden

RWE setzt Spezialgerät ein

Wie die Polizei mitteilte, diente der Einsatz dazu, Wege zu sichern, auch für Einsatzfahrzeuge bei möglichen Gefahren. Der Wald, dessen Eigentümerin RWE Power AG ist, sei für jeden zugänglich. Flucht und Rettungswege müssten frei geräumt werden. Die zuständige Aachener Polizei, die die Sicherheit der RWE-Beschäftigten garantieren soll, wurde dabei von weiteren Hundertschaften unterstützt. Im Vergleich zu anderen Einsätzen sei dieser aber eher klein, so die Polizei.

Keine Räumung der Baumhäuser

Polizei bei Räumungsaktion im Hambacher Forst

Hundertschaften vor Ort

Zugleich wollte die Polizei mögliche Beweis- und Tatmittel sicherstellen, die zur Vorbereitung und zur Durchführung von Straftaten oder Ordnungswidrigkeiten oder dem Bau von Barrikaden dienen.

Wald steht jedem offen

Nach der Beseitigung der Baumhäuser wollte RWE im Oktober eigentlich einen Großteil des Waldes für den Braunkohletagebau Hambach abholzen. Das Oberverwaltungsgericht Münster verfügte aber einen vorläufigen Rodungsstopp. Seitdem ist der Wald nicht mehr Betriebsgelände, sondern öffentlich zugänglich und unterliegt dem Forstgesetz.

Stand: 22.11.2018, 20:21

Kommentare zum Thema

19 Kommentare

  • 19 Thomas Heyer 24.11.2018, 14:35 Uhr

    Die Polizei lügt !!! Auf dem Foto ist der Abriss eines Unterstandes zu sehen der als Küche und zur Aufbewahrung von Lebensmitteln diente und nicht für Baumaterial. In diesem Waldgebiet gab es keine Rettungswege die freigeräumt werden müssten und keinerlei Barrikaden auf irgendwelchen Wegen. Im Gegenteil hat die Polizei das unverhältnismässige und illegale Verhalten der RWE- Mitarbeiter unterstützt: als die RWE Mitarbeiter ein kleines Zelt mit privaten Gegenständen begannen zu zerstören ist der Besitzer des Zeltes, der laut gerufen hat dass das sein Eigentum ist, von der Polizei gehindert worden zu dem Zelt zu gelangen und seine privaten Utensilien an sich zu nehmen. Eine Kommunikation fand nicht statt. Der Einsatz war unverhältnismässig und eine reine Provokation.

  • 18 Stefan N 23.11.2018, 10:22 Uhr

    Wer von Energie und Technik keine Ahnung hat , sollte mal die Klappe halten.

  • 17 Doris 23.11.2018, 10:10 Uhr

    Warum räumt RWE das Tot Holz aus dem Wald. Wäre doch ausreichend gewesen es an Seite zu schieben. Damit hat RWE mal wieder dem Wald geschadet. Die Zelte hätten auch nicht z erstoert sondern normal abgebaut werden koennen. Es ist eine Unverschämtheit hier ständig der Zerstoerung durch RWE und der so genannten Schutz Polizei zusehen zu muessen. Die Kosten dafuer sollte man RWE aufbrummen. Was kostet ein Hubschrauber der 10 Stunden ueber dem Wald kreist? Berichten sie doch mal darueber.

    Antworten (1)
    • Biggi 23.11.2018, 13:15 Uhr

      Ihr schadet dem Wald doch schon seit Jahren

  • 16 unser schöner blauer Planet 23.11.2018, 07:58 Uhr

    Hier der Link zu allen Studien, die zeigen, dass und wie es ohne Braunkohlestrom geht: https://sakuraenergie.wordpress.com/studien/

  • 15 Ups 23.11.2018, 06:46 Uhr

    Und wieviel Wald wird für die Windräder gerodet? Da ist der Hambacher Forst nur ein kleines Fleckchen gegen . Diese Spinner! !!

  • 14 Antonietta 23.11.2018, 06:22 Uhr

    Jetzt zum unabhängigen Ökostromanbieter wechseln! Bei der Verbrennung von Kohle entsteht viel CO2 und dies ist für das Klima schädlich Braunkohle: · hat einen hohen Schwefelanteil (schlecht für die Umwelt) · großer Landschaftsverbrauch durch den Tagebau · der Grundwasserspiegel muss gesenkt werden, damit man sie abbauen kann

  • 13 Vogelsang 23.11.2018, 04:55 Uhr

    Die Politik ist mehr mit sich selbst beschäftigt also muss mal wieder das Volk den Wahnsinn der Zerstörung des Planet in die Hand nehmen.

  • 12 Karl Meier 23.11.2018, 00:08 Uhr

    Die Kohle muss gestoppt werden, dass ist Fakt! ABER wenn die Argumentation ist, dass die Bechsteinfledermaus dort überleben soll, muss diese geschützt werden. Liebe Menschen im Wald lasst den Wald in Ruhe und akzetiert die Vorgaben der Spezialisten (Zobel, Grothus, ...). Ihr könnt doch in Manheim Abriss Häuser beziehen um präsent zu bleiben. Kämpft nicht gegen den BUND, dass ist unser Bruder im Kampf.

  • 11 Yvonne Zimnermann 22.11.2018, 23:45 Uhr

    Wie finden Sie, dass auch die kleine Gedenkstätte für den verunglückten Reporter mitten im Wald weitab von jedem Weg erneut komplett verwüstet wurde? Alle frischen Blumen, Kerzen , Vasen, liebevolle Texte, Fotos , Bilder - einfach verwüstet. Von wegen Barrikadenräumung- ich nenne es pietätloses Muskelspiel.

  • 10 Yvonne Zimnermann 22.11.2018, 23:43 Uhr

    Wie finden Sie, dass auch die kleine Gedenkstätte für den verunglückten Reporter mitten im Wald weitab von jedem Weg und jeder Barrikade erneut komplett verwüstet wurde durch RWE? Alle frischen Blumen, Kerzen , Vasen, liebevolle Texte, Fotos , Bilder , Bastelsachen wurden einfach verwüstet. Von wegen Barrikadenräumung- ich nenbe es pietätloses Muskelspiel.

  • 9 Egal2 22.11.2018, 22:08 Uhr

    Braunkohle muss abgebaut werden sonst werden wir keinen Strom mehr bekommen. Windräder etc reichen nicht aus. Der Strom würde dann aus dem Ausland gekauft werden und würde für uns sehr teuer werden.

    Antworten (1)
    • Joscha 22.11.2018, 23:35 Uhr

      Nein, so einfach ist es nicht. Es stimmt das die jetzige Versorgung durch Windkraft etc. nicht ausreicht. Das liegt allerdings hauptsächlich daran, dass das Stromnetz durch Kohlestrom blockiert wird. Denn Kohlekraftwerke kann man nicht an den tatsächlichen Verbrauch anpassen. Sie brauchen Tage um hoch und runter zu fahren, deshalb wird immer deutlich mehr Kohlestrom produziert als tatsächlich gebraucht wird. Das ist auch der Grund, warum wir Kohlestrom exportieren. Der Vorteil? Die Exporte bringen Geld. Der Nachteil? Übergangsalternativen wie Gaskraftwerke werden nicht gebaut, da sie weniger Geld einbringen, aber Effektiver wären. Denn diese kann man ohne Probleme an - und ausschalten und an den tatsächlichen Verbrauch anpassen. Ebenso werden keine neuen erneuerbaren Energiequellen gebaut, da das Netz - wie eben erläutert - durch Kohle blockiert wird. Ich hoffe ich konnte weiterhelfen.