Wieder verletzte Polizisten im Hambacher Forst

Nordrhein-Westfalen, Kerpen: Polizisten gehen auf einem Waldweg im Hambacher Forst.

Wieder verletzte Polizisten im Hambacher Forst

  • Erneuter Zwischenfall im Hambacher Forst
  • Insgesamt sieben verletzte Polizisten am Wochenende
  • Täter sollen aus der linken Szene kommen

Im Hambacher Forst ist es erneut zu Auseinandersetzungen zwischen gewaltbereiten Braunkohle-Gegnern und der Polizei gekommen. Wie die Aachener Polizei am Sonntag (26.08.2018) mitteilte, flogen Steine, Böller und Molotowcocktails auf die Beamten. Ein Polizist wurde dabei so schwer am Kopf verletzt, dass er im Krankenhaus behandelt werden musste. Insgesamt wurden bei Angriffen durch Vermummte sieben Polizisten verletzt.

Eine 22-jährige Frau wurde festgenommen. Als Polizisten die Frau abführten, drohten ihnen Vermummte mit Eisenstangen. Die Ermittler vermuten, dass die Gewalttäter aus der linken Szene kommen. Bereits am Freitag hatten Vermummte am Hambacher Forst Polizisten mit Steinen beworfen und dabei einen Beamten verletzt.

Angriffe auf Polizei im Hambacher Forst

WDR Aktuell 26.08.2018 00:18 Min. Verfügbar bis 26.08.2019 WDR 2

Sprengstoffähnliche Gegenstände gefunden

Die Polizei fand in dem besetzten Waldstück nach eigenen Angaben außerdem drei Gegenstände, die wie Sprengsätze aussahen. Sie wurden von Entschärfern des Landeskriminalamtes untersucht, stellten sich dabei aber als Attrappen heraus.

Polizeipräsident verurteilt Gewalt

Aachens Polizeipräsident hat die erneute Eskalation der Gewalt scharf verurteilt. Er kündigte eine konsequente Strafverfolgung an. Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) meldete sich ebenfalls zu Wort: "Gewalt ist kein Mittel der Auseinandersetzung. Ich fordere die Braunkohle-Gegner und mögliche Sympathisanten auf, auf jegliche Angriffe zu verzichten und ihren Protest friedlich auszudrücken."

Auch in Berlin protestierten Aktivisten am Sonntag gegen die Rodungen. Bei einer Pressekonferenz mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) in Berlin blieb es allerdings friedlich - die Aktivisten beschränkten sich auf schweigenden Protest.

Dauerkonflikt um Rodungen

Seit Jahren kommt es im Konflikt um den alten Hambacher Wald immer wieder zu Angriffen auf Polizeibeamte und Beschäftigte des Energiekonzerns RWE. Er liegt im Südosten des Tagebaus Hambach und gilt als Symbol des Widerstands gegen die Braunkohle.

RWE plant ab Oktober Rodungsarbeiten im Hambacher Forst für den dortigen Tagebau. Darüber war es in der frisch gegründeten Kohlekommission zu einem offenen Streit gekommen.

Räumungsaktion im Hambacher Forst WDR aktuell 24.08.2018 00:46 Min. Verfügbar bis 24.08.2019 WDR

Stand: 26.08.2018, 17:51