Hambacher Forst: Trauer um toten Journalisten

Kerzen stehen an der Unfallstelle im Hambacher Forst

Hambacher Forst: Trauer um toten Journalisten

  • Journalist stirbt nach Sturz im Hambacher Forst
  • Landesregierung stoppt Räumung auf unbestimmte Zeit
  • Landtagsdebatte zum Thema aus Pietät abgesagt

Nach dem tödlichen Sturz eines Journalisten im Hambacher Forst will die Polizei am Donnerstag (20.09.2018) mögliche Gefahrenquellen in dem Areal absichern, um weitere Unfälle zu verhindern. Die Räumung der Baumhäuser wird nach einer Entscheidung der NRW-Landesregierung auf unbestimmte Zeit gestoppt.

Wann und in welcher Form der Polizeieinsatz fortgesetzt werde, sei unklar, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) am Donnerstag dem WDR. "Es hängt ein Stück weit davon ab, wie sich alle verhalten." Heute stünde die Trauerarbeit im Mittelpunkt. "Die höchste Aufmerksamkeit gehört den Angehörigen."

Trauerfeiern in verschiedenen Städten

In verschiedenen Städten Deutschlands wie Essen, Aachen, Jena, Nürnberg und Berlin sind Trauerfeiern angekündigt. Auch in Amsterdam wurde aufgerufen, sich vor der deutschen Botschaft zu versammeln.

NRW-Innenminister Reul hofft auf freiwillige Räumung der Baumhäuser

WDR 2 | 20.09.2018 | 05:57 Min.

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Reul äußerte die Hoffnung, dass die Besetzer den Sturz zum Anlass nehmen, über die Situation nachzudenken und die Baumhäuser freiwillig zu verlassen. "Wenn die nicht rausgehen, ist das nächste Problem da."

Höhn: Kämpfe für den Klimaschutz

Bärbel Höhn auf dem grünen Parteitag in Kamen

Bärbel Höhn

Die frühere NRW-Umweltministerin Bärbel Höhn (Grüne) verwahrte sich im WDR dagegen, den Baumbesetzern Ratschläge zu erteilen. "Das ist doch das, was die Leute auf den Baum gebracht hat: Da tagt in Berlin eine Kohlekommission, die über den Ausstieg aus der Braunkohle diskutieren soll, und gleichzeitig werden von RWE Fakten geschaffen."

Die "schrecklichen Bilder" aus dem Hambacher Forst zeigten "deutlich, welcher Kampf momentan geführt wird, auch um den Klimaschutz", sagte Höhn.

Bärbel Höhn (Die Grünen): Landesregierung sollte jetzt Arbeit der Kohlekommission abwarten

WDR 2 | 20.09.2018 | 06:09 Min.

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Schlagabtausch in der Politik pausiert

Die Grünen haben ihren Antrag auf eine Landtagsdebatte über den Hambacher Forst am Donnerstag zurückgezogen. Nach dem Todesfall im Wald sei nicht der Tag für einen Schlagabtausch, sondern zum Innehalten.

Vertreter von BUND, Campact und Greenpeace haben am Morgen vor dem Düsseldorfer Landtag mehr als 500.000 Unterschriften zur Rettung des Hambacher Forstes an NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser übergeben.

Verleiher zieht Arbeitsbühnen zurück

Ein Düsseldorfer Arbeitsbühnen-Verleiher will seine Geräte aus dem Hambacher Forst abziehen, weil er mit der Vorgehensweise "absolut nicht einverstanden" sei. Der Mieter habe den Einsatzzweck nicht mitgeteilt.

Sturz beim Hantieren mit einer Kamera

Die Absturzstelle im Hambacher Forst

Der freie Journalist war am Mittwochnachmittag aus etwa 15 Metern von einer Hängebrücke zwischen zwei Baumhäusern gestürzt. Er starb auf dem Weg ins Krankenhaus.

Stand: 20.09.2018, 12:00