Tagebau Hambach: BUND will Laschet als Vermittler

Der CDU-Landesvorsitzende Armin Laschet

Tagebau Hambach: BUND will Laschet als Vermittler

  • NRW-Ministerpräsident Armin Laschet soll im Konflikt um den Braunkohletagebau Hambach vermitteln
  • OVG Münster stoppt Rodungen im Hambacher Forst
  • RWEPower überrascht von Entscheidung

Nachdem das Oberverwaltungsgericht Münster die Rodungen im Hambacher Forst vorerst gestoppt habe, sei es an der Zeit diese Denkpause zu nutzen, erklärt der BUND am Mittwoch (29.11.2017). Ministerpräsident Laschet habe lange geschwiegen, müsse sich jetzt aber mit allen Parteien an einen Tisch setzen. Der BUND sieht noch immer gute Chancen für einen Vergleich, bei dem die Interessen aller gewahrt werden könnten.

Demonstranten und Waldbesetzer haben im Hambacher Forst eine Blockade errichtet.

Aktivisten im Hambacher Forst

Es sei möglich, den Braunkohletagebau Hambach fortzuführen, ohne den Wald zu roden, heißt es. RWE müsse sich nun endlich auch einmal bewegen. Es müsse auf Landesebene damit begonnen werden, den zeitnahen Braunkohleausstieg einzuleiten.

Wegen einer Beschwerde des BUND stoppte das Oberverwaltungsgericht Münster die umstrittenen Rodungen im Hambacher Forst am 28.11.2017. Der Rodungsstopp gelte so lange, bis das Gericht über eine BUND-Beschwerde gegen einen Beschluss des Verwaltungsgerichts Köln entschieden habe. Nach eigenen Angaben will das Gericht damit verhindern, dass bis zur einer Entscheidung über die Beschwerde mit den Kettensägen Fakten geschaffen werden. RWE Power reagierte "überrascht" auf den Beschluss. Man werde die Rodungen zunächst stoppen, gehe aber davon aus, dass der BUND mit seiner Beschwerde keinen Erfolg haben werde, teilte der Konzern mit.

Rodungen führten zu Auseinandersetzungen

Polizei setzt Pfefferspray gegen Demonstranten im Hambacher Forst ein.

Auseinandersetzungen im Hambacher Forst

Am 27.11.2017 hatte RWE seine Rodungsarbeiten im Hambacher Wald bereits für fast eine Stunde unterbrechen müssen. Drei Umweltaktivisten waren bis zu den Fällarbeiten vorgedrungen.

Bei der Auflösung einer solchen Blockade war von der Polizei auch Pfefferspray eingesetzt worden. Die Braunkohlegegner bezeichneten den Einsatz als ungerechtfertigt. Laut Polizei sollen einige Demonstranten versucht haben, Polizeiketten zu durchbrechen.

Stand: 29.11.2017, 13:26