Räumung der Baumhäuser im Hambacher Forst abgesagt

Vorbereitung der Räumungen im Hambacher Forst

Räumung der Baumhäuser im Hambacher Forst abgesagt

  • Räumung illegaler Baumhäuser im Hambacher Forst gestoppt
  • 49 Baumhäuser illegal gebaut
  • Baumhäuser verstoßen gegen Brandbestimmungen

Nach WDR-Informationen ist die für kommende Woche geplante Räumung von illegalen Baumhäusern im Hambacher Forst gestoppt worden. Hintergrund ist offenbar das von Kanzlerin Angela Merkel für den 15.01.2019 anberaumte Spitzentreffen mit den Ministerpräsidenten, in deren Ländern Braunkohle gefördert wird, darunter auch der nordrhein-westfälische Regierungschef Armin Laschet (CDU).

Ministerium will ausführlich prüfen

Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) selbst hatte im Vorfeld betont, dass die Bauten gegen Brandschutzbestimmungen verstoßen und deshalb abgerissen werden müssten. Bei einer Begehung des Waldgebietes am Mittwoch (09.01.2019) wurden nach einer Mitteilung des Ministeriums insgesamt 49 Baumhäuser festgestellt.

Jetzt sollen die beteiligten Behörden zu einem Austausch geladen und die Erkenntnisse genau ausgewertet und geprüft werden. "Es gibt eine Lage, die bewertet werden muss", so Sprecher Robert Vornholt. "Dabei gilt Gründlichkeit vor Schnelligkeit." Einen möglichen Zusammenhang mit dem Spitzentreffen kommentierte er nicht.

Eskalation befürchtet

Die betroffenen Kommunen – der Kreis Düren und die Stadt Kerpen – hatten die Abriss-Anordnung des Ministeriums kritisiert. Sie befürchten eine Eskalation im Streit um den Tagebau Hambach.

Die Entscheidung des Kölner Verwaltungsgerichts über eine mögliche Forstsetzung der Rodung durch den Energiekonzern RWE soll erst am 12.03.2019 fallen. Mehrere Aktionsbündnisse hatten schon zu Protestaktionen aufgerufen. Der Hambacher Forst muss dem heranrückenden Tagebau weichen.

Stand: 10.01.2019, 16:47