Wieder Besetzungen im Hambacher Forst geplant

Wieder Besetzungen im Hambacher Forst geplant

  • Pressekonferenz im Hambacher Forst
  • Proteste sollen weitergehen
  • Erneute Besetzung des Waldes geplant
  • RWE will an Rodungen festhalten

Zur Diskussion über den Hambacher Forst

Während die Räumung der Baumhäuser im Hambacher Forst auch am Freitag (28.09.2018) fortgesetzt wird, haben Aktivisten, Initiativen und Umweltverbände bei einer improvisierten Pressekonferenz weitere Proteste gegen die Braunkohle angekündigt. Unter anderem wird die erneute Besetzung des Waldes geplant. Außerdem sollen Braunkohlebagger blockiert werden.

Pressekonferenz Hambacher Forst

Hambacher Forst soll mit Hängematten besetzt werden

Zu einem Waldspaziergang am Sonntag erwarten die Braunkohlegegner wieder bis zu 10.000 Teilnehmer. Eine Woche später will das Aktionsbündnis den Wald mit Hilfe von Hängematten erneut besetzen. Es soll eine rote Linie gezogen werden, als sichtbares Zeichen an RWE: Bis hierhin und nicht weiter.

Aktivisten wollen RWE-Infrastruktur stören

Ende Oktober wollen Tausende Aktivisten mehrere RWE-Bagger besetzen. Die Infrastruktur werde lahmgelegt, sagte eine Sprecherin. Auch die Polizei geht mittlerweile davon aus, dass ihr Einsatz am Tagebau Hambach noch viele Wochen dauern wird.

15 Menschen im Hambacher Forst verletzt

Am Donnerstag (27.09.2018) mussten 14 Menschen ärztlich behandelt werden. Sie klagten über Atemwegs- und Augenreizungen sowie Brechreiz, so die Polizei. Nach bisherigem Ermittlungsstand hatte ein Greifer einer Baumaschine beim Abbau einer Baumhütte offenbar einen Behälter mit reizender, bisher unbekannter Flüssigkeit beschädigt. Die Flüssigkeit tropfte auf die Einsatzkräfte. Am Donnerstagmorgen war eine Umweltaktivistin aus fünf Metern Höhe von einer Leiter gefallen und dann ins Krankenhaus gekommen. Sie zog sich Prellungen und Rippenbrüche zu.

Hambacher Forst: "Viele Gewalttäter"

WDR 5 Morgenecho - Interview | 28.09.2018 | 05:13 Min.

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Räumung von 66 Baumhäusern

Bisher sind im Hambacher Forst 66 Baumhäuser geräumt worden. Wie viele es noch gibt, ist unklar. Derweil beklagen Umweltverbände und Aktivisten, die Polizei würde bei den Räumungen sehr gewaltsam vorgehen. Vor allem bei der Auflösung von Sitzblockaden.

Jahrelanger Protest im Hambacher Forst

Umweltschützer protestieren seit Jahren dagegen, dass der Energiekonzern RWE weite Teile des Waldes roden will, um Braunkohle zu baggern. RWE hält die Rodung für unerlässlich, um die Stromproduktion in den Braunkohlekraftwerken zu sichern.

Der Polizei-Kollaps in NRW - Hysterie oder Realität?

WDR RheinBlick | 28.09.2018 | 21:54 Min.

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Stand: 28.09.2018, 12:59

Kommentare zum Thema

20 Kommentare

  • 20 Jürgen 29.09.2018, 15:36 Uhr

    Was heute passiert ist das Ergebnis jahrzehntelanger verfehlter Energiepolitik. Nach dem Ausstieg in der Atomforschung Ende der 70er Jahre hat sich Deutschland als Industriestaat abhängig gemacht von Öl- und Gaslieferungen teilweise bedenklicher Lieferanten. Dazu kommt der Import von Atomenergie aus maroden französischen Kraftwerken. Wer sich heute ein E-Auto kauft, sollte wissen, dass diese Art der Fortbewegung die denkbar umweltschädlichste Möglichkeit darstellt. Der Strom stammt überwiegend aus Braunkohleverbrennung und Atomenergie, die Herstellung der Akkus verbraucht enorme Mengen an Seltenen Erden, die zum Teil unter menschenverachtenden Bedingungen abgebaut werden. Wenn ich jetzt höre, dass die Grünen ihren Parteitag am Hambacher Forst abhalten wollen, frage ich mich, für wie blöd die uns Wähler halten. Die Grünen haben damals in der Regierung allen Beschlüssen zum Hambacher Forst zugestimmt. Auch den Verkauf an RWE und die damit verbundene Rodung. M.f.G. Jürgen

  • 19 mawi 29.09.2018, 07:12 Uhr

    Wuenschenswer waere endlich ein kompromissloses Vorgehen gegen die Aktivisten und nicht dieses ewige Herumgeeiere. Der Rechtsstaat muss auch mal klare Kante zeigen.

  • 18 Sebastian 29.09.2018, 01:15 Uhr

    Tja... wenn sogar Bilderrahmen mittlerweile Akkus enthalten, muss man sich die Frage stellen:MUSS überhaupt soviel Strom verbraucht und somit auch produziert werden? Vergessen wir nicht, das RWE Argument "Versorgungssicherheit" zieht nur weil wir glauben ohne Strom nicht leben zu können.... daher... öfter mal das Licht aus! Mal abgesehen von den wissenschaftlichen Erkenntnissen die besagen dass es überhaupt keinen Versorgungsengpass geben wird ... Hambi bleibt!

  • 17 Tina 29.09.2018, 00:37 Uhr

    Um was es im Wald wirklich geht, sollte jeder (vor allem der WDR) mal auf indymedia nachlesen! Wer so etwas verniedlicht oder sich sogar solidarisiert, ist selbst eine Gefahr für Rechtsstaat und Demokratie. https://de.indymedia.org/node/24651

  • 16 Anja aus Hannover 28.09.2018, 23:40 Uhr

    An alle die hier in Deutschland leben!Wir dürfen uns das nicht länger gefallen lassen das man gegen unseren Willen wertvolle Bäüme abgeholzt werden. LASST UNS ALLE ZUSAMMEN ZUM WALD HINGEHEN UND DARUM KÄMPFEN. GEMEINSAM SIND WIR STARK.

  • 15 sylvia cappallo 28.09.2018, 22:59 Uhr

    der wahnsinn gleichzeitige stilllegung /erhaltung von kohlekraftwerken in der region und die räumung des hambacher forstes zum zwecke des weiteren braunkohleabbaus ist absolut nicht nachzuvollziehen. denn gas,wind und sonnenenergie reichen aus den derzeitigen bedarf zu decken.dadurch wird# s nichtmals teurer.die sture weiter so politik der landesregierung und RWE ist ausdrücklich gegen den willen der bevölkerung. es wird an den Menschen vorbeigeherrscht und lebensraum und ressource zerstört.das ist völlig undemokratischer rechthaberwahnsinn .ökonomischer und ökologischer Schwachsinn.B

    Antworten (1)
    • Wolfscharf 29.09.2018, 15:25 Uhr

      Lies mal unten stehenden Kommentar und zieh mal deine grüne Brille aus!!! Wie sollen regenerative Ernergien ca. 40 GW Strom erstellen? Das bedeutet, die heutige von Windkraft- und Photovoltaikanlagen verschandelte müsste verdreifacht werden!! Das bedeutet noch mehr Wattenmeer zerstören, Lebensraum für Lebewesen im Wattenmeer gefährdend!! Noch mehr Schredderanlagen für Vögel bauen!! Damit werden seltenen und schützenswerte Lebewesen bedroht!! Darüber schon mal nachgedacht, ihr Grünschlauen? Mit freundlichem Glückauf!

  • 14 wolfscharf 28.09.2018, 18:11 Uhr

    Hallo an alle, ich möchte den Versuch der Versachlichung hier in den Kommentaren starten. Das Ende der Kohleförderung im Rheinischen Revier steht fest! Jeder der hier gegen die Energieerzeugung aus Braunkohle ist, soll erst mal anfangen, den Stromverbrauch zu senken. Die beste CO2 Minderung besteht in der Einsparung von Strom! Der Stromverbrauch in Deutschland beträgt in der Mittagszeit jeden Tages um 65 Gigawatt. Diese Strommenge wird zu einem Drittel von Regenerativen und zu zwei Dritteln von Fossilen und Atomkraftwerken erzeugt. In diesem Stromverbrauch ist der Bedarf an Autostrom von ca. 11 GW, umgerechnet aus dem Ölverbrauch für Kraftstoffe, noch nicht enthalten. Wer von den Umweltschützern kann mir beantworten, wo diese Energiemengen herkommen sollen, wie sollen diese Mengen gespeichert werden. Erst wenn es hierauf Antworten gibt, können wir über die Überflüssigkeit der Braunkohle weiter reden!! Mit freundlichem Glückauf!

    Antworten (2)
    • Sieward Nijhuis 29.09.2018, 08:45 Uhr

      Die Regenerativen sollen ihren Anteil weiter ausbreiten nach erstmal 80%, der Rest kann dann durch importiertem Erdgas angefüllt werden. Diese Gaskraftwerke haben eine wichtige Funktion in der Netzbilanz (Abstimmung von Frage und Angebot). Die Netzbilanz muss dann weiter verbessert werden durch Verstärkung des E-netzes, und die restlichen Überschüsse werden dann mit elektrolytischen/chemischen umgesetzt in den Energieträger Wasserstoff/Ammoniak und/oder Methan. Mit Vorrang sollte die Braunkohle abgeschaltet werden, dann die Atom- und die Steinkohle-Kraftwerke. Obwohl vorläufig genug Braunkohle abgebaut werden kann, ohne dass der Hambi weg muß, kann man anstelle dessen kurzfristig importierte Steinkohle in den jetzigen NRW Kraftwerken umsetzen. Dies ist bereit eine Verbesserung, und möglich kann man so –da es mit Steinkohle mehr Strom gibt als mit Braunkohle- auch beitragen um den Belgiern zu helfen die extrem gefährliche AKW’s in Thinage und Doel ganz abzuschalten. (1/2)

    • Sieward Nijhuis 29.09.2018, 08:49 Uhr

      (...) AKW’s in Thinage und Doel ganz abzuschalten, solange der Belgischer Windpark in der Nordsee noch nicht fertig ist. In den Niederlanden würde man in dem Fall die Kohlekraftwerke in Amsterdam und Nimwegen zu Gunsten von Gaskraftwerken abschalten, da dann ein Wasserbetteffekt mit der Deutschen Braunkohle nicht mehr vorliegt.Man wartet! Das Problem ist natürlich dass das alles Geld kostest. Aber nichts tun ist keine Option oder anders gesagt kostet letztendlich für unsere Kinder viel und viel mehr. Auch könnte der Staat das Geld für Investitionen leihen, denn Regenerativen sind langfristig billiger als die Fossilen. (2/2)

  • 13 Saida 28.09.2018, 16:34 Uhr

    Seit vorgestern wird bereits gefällt. Der Lifestream zu den freien Journalisten wird ständig unterbrochen. Die Polizei wird zusehens ruppiger.

  • 12 Feli 28.09.2018, 15:49 Uhr

    Bekanntlich enthält Erdgas wenigstens auch Wasserstoff, was zu unschädlichem Wasser verbrennt. Ein Nordstream 3 wäre daher gesünder als die Braunkohle. Die sollte man für die Zukunft aufheben. Vielleicht fällt da noch was ein. Der gleiche Gedanke gilt für die Offshore Windkraft. Strom und Wasser ist da -> Elektrolyse statt teure Stromleitungen. Da könnte sich die Autoindustrie mit einem effizienten direkten Wasserstoff-Motor rehabilitieren, ohne krumme Diesel- Absprachen.

  • 11 Jochen L 28.09.2018, 14:44 Uhr

    Bitte die Fakten richtig darstellen! Der Wald ist 2000 Jahrealt, das sind 10000 Jahre weniger als behauptet.

    Antworten (2)
    • WDR.de 28.09.2018, 15:54 Uhr

      Können Sie uns Ihre Quelle angeben? Nach unseren Informationen gibt es den Wald seit der letzten Eiszeit.

    • Jochen Lamers 28.09.2018, 21:48 Uhr

      Gerne schauen Sie bitte z.B. unter Ju?ngeres Spa?tpala?olithikum (10700–9600 v. Chr.) und Mesolithikum (9600–5400 v. Chr.) in Europa nach, aufgrund des Laacher Vulkanausbruch und später schmelzendem Eis in Nordamereika kam es nochmals zu einer 1000 jährigem Kaltphase. Z.B gibt es hier Details zu den in Rede stehenden Arealen http://ufg.phil-fak.uni-koeln.de/fileadmin/sites/ufg/pdf/Mitarbeiter/Richter/Sonderdrucke/2006/Richter_2006a_Das_Palaeolithikum_in_NRW.pdf Von Jürgen Richter hier ein Auszug (siehe ab 114) Erst 9600 Ab 9 600 v. Chr. erwa?rmte sich das Klima relativ schnell, und es entwickelte sich eine o?kologische Sukzession, beginnend mit Offenlandschaften, in denen die Hasel eine große Rolle spielte, hin zu immer sta?rkerer Bewaldung, zuna?chst mit Nadelho?lzern und spa?ter mit einem wach- senden Anteil von Laubho?lzern bis hin zu den Laub- mischwa?ldern des 6. Jts. v. Chr.

  • 10 Jochen L 28.09.2018, 14:40 Uhr

    Meinungsfreiheit und Dialog sind wichtig, ja aber Achtung! Soziale Medien und „Haltungsjournalismus“ verzerren m.E. die Darstellung der Fakten! So kam auch die Entscheidung zum Brexit zu Stande. Und jetzt?? Ich schlage vor hier etwas mehr Versachlichung des Themas darzustellen. Öffentlich Rechtlich bedeutet auch neutral bleiben. Frage: Wo soll denn der bezahlbare Strom in den nächsten 5 bis 10 Jahren herkommen und das auch im Winter bei -15 C° und ohne Sonne und Wind, oder im Sommer bei Niedrigwasser ohne Wind und überhitzten olarmodulen mit reduzierter Ausbeute? Aus Frankreich (Atom) und Tschechen (Braunkohle), wollt ihr das wirklich? Gasstrom ist in den benötigten Mengen nicht bezahlbar. Ich bitte um Lösungsvorschläge / Lösungsansätze die sofort wirken.