Hambacher Forst: Streit um Barrikaden-Räumung

Hambacher Forst: Streit um Barrikaden-Räumung

  • Polizei löst Sitzblockaden im Hambacher Forst auf
  • Aktivisten werden von Bäumen und Hochständen geholt
  • Polizei: Barrikaden von Rettungswegen werden weggeräumt

Im Hambacher Forst hat der Energiekonzern RWE am Freitag (21.09.2018) damit begonnen, Barrikaden auf den Waldwegen wegzuräumen. Die Räumung der Baumhäuser sei nach dem Unfalltod eines Journalisten in dem Braunkohlerevier zwar weiterhin unterbrochen, in diesem Fall gehe es aber um die Rettungswege, teilte die Polizei mit. "Die Notwendigkeit von Rettungswegen hat sich gezeigt. RWE ist rechtlich dazu verpflichtet, diese Wege im Wald freizuhalten", twitterte die Behörde.

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Sitzblockaden und Fäkalienwürfe

Hambacher Forst

Für die Aktivisten im Wald verstoßen die Einsatzkräfte damit gegen den vereinbarten Räumungsstopp. Stein des Anstoßes ist vor allem die Räumung von mehreren Hochständen und Baumkonstruktionen.

Die Polizei holte Personen davon herunter und baute diese ab, da diese die Rettungswege blockieren würden. Dabei wurden sie offenbar mit Fäkalien beworfen. "Wir fordern, dass Polizeipräsident Weinspach und Innenminister Reul alle laufenden Maßnahmen abbrechen", teilten die Aktivisten am Freitag mit. Dazu zähle auch die Beseitigung von Barrikaden.

Bereits vorher kündigten sie auf einer Pressekonferenz im Wald an, dass sie weiterhin passiven Widerstand leisten und es Polizei und RWE so schwer wie möglich machen wollen. Keiner werde den Hambacher Forst freiwillig verlassen, hieß es. Dies sei man auch dem verunglückten Blogger und freien Journalisten schuldig.

Die Umweltaktivisten bestätigten, dass sie bereits neue Baumhäuser im Hambacher Forst bauen.

RWE-Chef: "Forst-Rettung ist Illusion"

Trotz des Todesfalls will RWE an der geplanten Rodung festhalten. Ein kurzfristiger Verzicht würde das Unternehmen vier bis fünf Milliarden Euro kosten, sagte RWE-Chef Rolf Martin Schmitz am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner". "Die Annahme, dass der Forst gerettet werden kann, das ist Illusion", sagte Schmitz.

Großdemo am Sonntag geplant

Am Sonntag (23.09.2018) wollen mehr als 10.000 Menschen für den Erhalt des Waldes am Tagebau Hambach demonstrieren. Das Aachener Friedenskreuz soll an der Stelle niedergelegt werden, an der am Mittwoch ein freier Journalist tödlich verunglückte. NRW-Innenminister Reul forderte im WDR die Demonstranten auf, sich vom Räumgebiet im Forst fernzuhalten und nur außerhalb zu demonstrieren.

Das Symbol gegen die Braunkohle - der Hambacher Forst

WDR RheinBlick | 21.09.2018 | 25:44 Min.

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Stand: 21.09.2018, 13:56