RWE hält an Rodung in Hambach fest

RWE hält an Rodung in Hambach fest

  • Energiekonzern: Milliardenkosten für kurzfristigen Verzicht auf Rodung
  • Innenminister: Neue Baumhäuser werden gebaut
  • Große Demonstration am Sonntag

Der Essener Energiekonzern RWE hält trotz des Todesfalls am Hambacher Forst an der Rodung fest. Ein kurzfristiger Verzicht auf die Rodung würde das Unternehmen vier bis fünf Milliarden Euro kosten, sagte RWE-Chef Rolf Martin Schmitz am Donnerstagabend im ZDF.

"Die Annahme, dass der Forst gerettet werden kann, das ist Illusion", sagte Schmitz. Er sei tief betroffen, dass für eine solche Illusion ein Mensch gestorben sei.

Innenminister: Neue Baumhäuser gebaut

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte am Freitagmorgen (21.09.2018) im WDR, dass die Polizei die Räumung der Baumhäuser fortsetzen werden müsse. Wenn RWE weiter roden wolle, "dann habe ich klar dafür zu sorgen, dass das auch möglich ist und dass Störungen unterbleiben". Reul äußerte die Sorge, dass es zu weiteren Unfällen kommt.

Er beklagte, dass einige Aktivisten die Aussetzung der Räumung ausnutzten. So seien auf Rettungswegen Barrikaden errichten worden. Außerdem seien neue Baumhäuser gebaut worden. "Warum machen die das eigentlich? Was ist denn da mit Stillhalteabkommen?" Andererseits gebe es laut Reul aber auch einige Besetzer, die ihre Baumhäuser nach dem verkündeten Räumungsstopp freiwillig verlassen hätten oder darüber nachdenken würden.

Weitere Demo am Sonntag geplant

Mehr als 1.500 Menschen haben am Donnerstagabend in Aachen für den Erhalt des Hambacher Forstes demonstriert. Am Sonntag (23.09.2018) wollen mehr als 10.000 Menschen am Tagebau Hambach demonstrieren.

Am Mittwoch war ein Journalist zwischen zwei Baumhäusern und 15 Meter tief gestürzt. Er starb vor Ort.

Stand: 21.09.2018, 10:31