Hambacher Forst soll bis Ende der Woche geräumt sein

Hambacher Forst soll bis Ende der Woche geräumt sein

  • 28 von 51 Baumhäusern im Hambacher Forst geräumt
  • Acht Verletzte, 14 Festnahmen bei Zusammenstößen am Sonntag
  • Räumung ist am Dienstag erneut Thema im NRW-Landtag

Der fünfte Einsatztag der Polizei am Hambacher Forst ist ohne größere Ausschreitungen verlaufen. Einzelne Gruppen hatten versucht, mit Sitzblockaden die Räumung der Einsatzkräfte zu erschweren.

Polizisten umstellen Aktivisten die mit einer Sitzblockade ihren Protest äußern.

Polizisten umstellen Sitzblockade

Die Polizei trug die Demonstranten einzeln aus dem Wald. Dort wurden immer wieder neue Barrikaden aus Ästen errichtet. Die Polizei will den Einsatz noch im Laufe dieser Woche beenden. Die Umweltaktivisten haben angekündigt, sich nicht vertreiben zu lassen.

Hälfte der Baumhäuser geräumt

Überreste eines abgerissenen Baumhauses im Hambacher Forst

Überreste eines abgerissenen Baumhauses

Am Dienstag (18.09.2018) will sich der Bauausschuss des NRW-Landtages erneut mit der Räumung beschäftigen. Das Bauministerium hatte aus Mangel an Brandschutz und Baugenehmigung die Räumung und Beseitigung der Baumhäuser angeordnet. Die Opposition aus SPD und Grünen warf der Landesregierung vor, mit der Räumungsaktion den Konflikt um den Braunkohleabbau weiter anzuheizen.

17.09.2018: Hinter einem Protestkamp steht eine Braunhohlebagger.

Protestcamp außerhalb des Hambacher Forstes

Mehr als 50 Baumhäuser hatten Umweltaktivisten im Hambacher Forst errichtet, um gegen die Rodung des Waldes zu protestieren. Seit Beginn des massiven Polizeieinsatzes am Donnerstag (13.09.2018) hat die Polizei nach eigenen Angaben 28 Häuser geräumt, 19 davon wurden abgebaut. Von dem Baumhausdorf "Oaktown" ist nicht mehr viel übrig.

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Hambacher Forst: Räumung geht weiter

WDR 2 | 17.09.2018 | 03:32 Min.

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Acht Verletzte bei Polizeieinsatz am Sonntag

Am Sonntag (16.09.2018) hatten sich mehrere Tausend Demonstranten an der Grenze zum Hambacher Forst versammelt. Viele von ihnen hatten junge Bäume mitgebracht, um sie in bereits gerodeten Gebieten zu pflanzen.

Rund 200 Demonstranten waren in den abgesperrten Wald eingedrungen. Dabei sei es "immer wieder zu Konfrontationen mit Polizeibeamten" gekommen, teilte die Polizei mit.

Polizisten stehen vor Demonstranten im Hambacher Forst.

Am Sonntag demonstrierten Tausende am und im Forst.

Die Polizisten setzten Gewalt und Pfefferspray ein. Laut Polizeiangaben wurden acht Personen verletzt, darunter drei Polizisten. 20 Menschen wurden in Gewahrsam genommen oder festgenommen. Die Polizei erteilte 27 Menschen einen Platzverweis.

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Stand: 18.09.2018, 07:18

Kommentare zum Thema

111 Kommentare

  • 113 ich bin ich conni 19.09.2018, 22:16 Uhr

    es ist so schade. wenn wir nur zuschauen müssen was geschied. menschen können demonstrieren . wen interessiert es denn. wen interessieren all die kommentare der leute, die hier schreiben. wir sind genauso unwichtig wie alle aktivisten oder demonstranten - von höhrer stelle ist schon lange alles klar gemachtworden

  • 112 Detlef HEUBAUM 19.09.2018, 19:53 Uhr

    Bewunderung den Baumhausaktivisten, SIE haben uns gezeigt: wir sind nicht machtlos, wir können Wege gehen! Bitteschön: Arschhoch!!!! Der Jornalist, der leider heute starb, weil er von einer Brücke fiel, starb für den Widerstand gegen das Grosskapital, der RWE, und deren Diener: die Polizei, die Exekutive!! Er wäre niemals dort gewesen, gäbe es diesen Grosseinsatz der Polizei nicht. Er wäre nicht von der Brücke gefallen, hätte das Bauamt nicht diesen Brandschutzmangel proklamiert!!! Er wäre n icht in die Tiefe gestürtzt, hätte Laschet nicht seinen Segen gegeben! Es lebe der Wille und der Wunsch zur Freieheit! Wir kamen heil nach Hause, die Baumaktivisten leiden weiter, auch nachts, mit Scheinwerfern bestrahlt. All meine Liebe gehört Ihnen!!!! Dankeschön!!!!

    Antworten (1)
    • Horst Fambacher 19.09.2018, 22:36 Uhr

      Sie sollten sich schämen, den Tod des Journalisten hier ausschlachten und für Ihre politischen Ansichten instrumentalisieren zu wollen.

  • 111 Detlef HEUBAUM 19.09.2018, 19:34 Uhr

    Am Samstag war ich da, es war der 15.09.2018. In Buir traf ich Polizisten, sie wollten sich nicht fotografieren lassen. An der Mahnwache gab es dann die erste Polizeisperre, die wir nach Warnungen (Wir haben Hunde) überwanden. Meine Freundin bekam Angst. Ich bin 58 Jahre alt, kenne die Polizeieisätze noch aus Brockdorf (Bürgerkrieg), hatte keine Angst. Wir liefen um die Hundestaffel herum. Dann kam die Pferdestaffel. Diese Polizisten waren akressiv. Wir umliefen auch diese Sperre. So kamen wir am Sportflughafen an, in Sichtweite des Wiesenkämps. Dort standen die Polizisten und Polizistinen in einer Reihe vor ihren Fahrzeugen, darunter Wasserwerfer und Räumfahzeuge. Die dritte Sperre. Über das Kieswerk fanden wir dann doch Zutritt zum Wald. Polizisten mahnten uns: hier ist Gefahrenzone. Ich bin stolz und wehmütig mit den Aktivisten!!!!! Ihre Aktion ist sooo fein, Dankeschön!!!! Nieder mit der RWE!

    Antworten (1)
    • Horst Fambacher 19.09.2018, 20:08 Uhr

      … ja, klar! Und alle Anarchisten leben hoch, oder was? Ich finde es unerträglich, dass Sie auf Ihr Verhalten auch noch stolz sind. Wundern tut es mich selbstverständlich nicht. Böser Polizeistaat, böse Konzerne und so weiter. Alle die sentimentalen Unterstützer dieser Gesetzesbrecher im Forst sollten ihren Stromanschluss abmelden und auch auf einen Baum klettern (natürlich im eigenen Garten).

  • 110 Silvia 19.09.2018, 19:32 Uhr

    Ich bin Sprachlos. 1 Toter.Wo doch eh dieses Jahr der heißeste Sommer seit langem war u. zwecks Klimaerwaermung jeder intakte ausgewachsene Baum zur Waermereduzierung gebraucht wird.Die Urwälder in anderen Ländern schützt man, aber hier werden altgewachsene naturnahe Baumbestaende unter Polizeischutz geräumt und abgeholzt.Welch 1 Irrsinn.Und nun 1 Toter.-Zudem frage ich mich schon seit Tagen,wenn diese Baumhaeuser imWald 1Brandsschutz u.Baugenehmigung nach mehreren Jahren Tiefschlafes der zuständigen Behörden brauchen,was ist dann mit all den privaten Baumhaeusern in Vorgärten inWohnhausnaehe u.solchen in freier Natur?Die gab es doch schon immer. Brauchen die dann ab jetzt nicht auch ab sofort 1Baugenehmigung mit Brandschutznachweis u.werden sie sonst innerhalb 1 Woche abgerissen?-NaJa. Irgendwie stimmt hier alles nicht Es läuft mir alles gegen den gesunden Menschenverstand.Ich bin sprachlos.Aber das hilft weder den Bäumen noch dem Klima noch dem Journalisten.Deshalb schreibe ich.

  • 109 Ocram Ilodib 19.09.2018, 18:14 Uhr

    Es ist schon irgendwie bedenklich, was hier in unserem Land teilweise passiert: Auf der einen Seite soll es in Städten Diesel-Fahrverbote zum Schutz der Umwelt und vor Feinstaub geben, auf der anderen Seite sollen ganze Wälder gerodet werden um den Braunkohletagebau voranzutreiben und dann damit Braunkohlekraftwerke zu betreiben - das ist doch mehr als widersprüchlich und ein komplettes Versagen der Politik!

  • 108 Ocram Ilodib 19.09.2018, 18:00 Uhr

    Es ist schon irgendwie bedenklich, was hier in unserem Land teilweise passiert: Auf der einen Seite soll es in Städten Diesel-Fahrverbote zum Schutz der Umwelt und vor Feinstaub geben, auf der anderen Seite sollen ganze Wälder gerodet werden um den Braunkohletagebau voranzutreiben und dann damit Braunkohlekraftwerke zu betreiben - das ist doch mehr als widersprüchlich und ein komplettes Versagen der Politik!

  • 107 Matheusz 18.09.2018, 20:59 Uhr

    Uns unbegreiflich, dass wieder uralte Bäume gefällt werden sollen! Überall sehen wir die vertrocknenden neu gepflanzten Bäumchen an den Straßenrändern - keinen kümmert's, wie sie durch die immer wärmeren, trockneren Phasen kommen. Das schlägt uns auf's Gemüt. Und das alles für die kurzzeitige Fortführung einer Braunkohleförderung, die keine Zukunft hat! Völlig unbegreiflich!! Das ist auch für bürgerliche Leute wie uns nicht mehr vermittelbar und zerstört unser Vertrauen in das Vorhandensein von gesundem Menschenverstand dieser Landesregierung. RWE boykottieren wir schon seit Jahren. Unser Mitgefühl und unsere Solidarität gilt den tapfer kämpfenden Umweltaktivisten - Ekel und Verachtung für den Filz der Landesregierung und RWE! Welcher unserer heute gepflanzten Bäume wird wohl noch 300 Jahre alt werden?! Was für eine Sünde!

  • 106 Elsbeth J. 18.09.2018, 19:17 Uhr

    Es ist doch eine menschliche Tragödie, weil RWE und Politik gemeinsame Sache machen, werden zwei Gruppen junger Menschen in einer Unverhältnismäßigkeit aufeinander losgelassen, die einen um uns alle mal aufzurütteln, jedenfalls mal nachzudenken, ob man im Laufe der Zeit auch mal zu anderen Erkenntnissen kommen kann, es ist doch nicht verboten klüger zu werden, die andere Gruppe soll diese "beseitigen " ,mit allen Mitteln, auch wenn RWE das Recht hat ,wo bleibt die Menschlichkeit? ???? Für viele heute wohl ein Fremdwort, Max Liebermann hat über sein Denken über die Nazis mal gesagt, ich kann gar nicht so viel fressen wie ich kotzen muss, wie wahr,lg aus Elsdorf ,

  • 105 Bernd Scholz 18.09.2018, 16:54 Uhr

    Was schon jeder Experte vorher wusste. Der Wald ist nicht mehr zu retten,, ohne wenn und aber. https://www.aachener-zeitung.de/nrw-region/bergbau-experten-hambacher-forst-ist-nicht-zu-retten_aid-32183453?utm_source=facebook&utm_medium=referral&utm_campaign=share

  • 104 Peter Rolauffs 18.09.2018, 11:21 Uhr

    Wir brauchen die Braunkohle-Verstromung nicht. Deutschland exportiert mehr Strom ins Ausland, als es von dor bezieht. Und der Nettobetrag steigt von Jahr zu Jahr. Heißt: Wir produzieren immer mehr Strom und verkaufen ihn an andere. Schluss damit!

    Antworten (2)
    • Horst Fambacher 18.09.2018, 15:36 Uhr

      Und wir brauchen sie doch! So lange Energiespeicher nicht alltagstauglich und bezahlbar sind, so lange die Stromnetze nicht so ausgebaut sind, wie es die Energiewende erfordert, so lange wir alle nicht (so weit wie möglich) die Stromnachfrage an die Erzeugung anpassen UND so lange die Erneuerbaren nur 33% der Erzeugung in D ausmachen, brauchen wir den Energiemix incl. Braunkohle. Vergessen Sie bitte nicht die noch übrigen Kernkraft-Kapazitäten, die auch noch nach und nach vom Netz genommen werden.

    • DerDieDas 18.09.2018, 19:58 Uhr

      Das ist Mumpitz. Im Durchschnitt wurden im ersten Halbjahr 2018 5GW ins Ausland exportiert. Bei einer Gesamterzeugung von im Schnitt 70GW hält sich das wohl in Grenzen. Und das ist vor allem Windstrom der nicht transportiert werden kann weil die Trassen in den Süden fehlen.

  • 103 Barbara 18.09.2018, 11:12 Uhr

    Bleibt stark und bleibt dran. Unsere Lobbyregierung muss endlich mal merken wer die Mehrheit ist. WIR. Vor nicht allzu langer Zeit haben auch ein deutsches Volk gezeigt dass man friedlich und geschlossen viel erreichen kann. Und es geht nicht nur um unsere Zukunft. Wir haben Kinder und Enkel. Es muss nicht die Umwelt geschützt werden. Sie überlebt sehr gut ohne uns. Wir Menschen sind die Schwächlinge und geben lieber dem inneren Schweinehund nach. Jeden Tag nur 1 bewusste gute Tat von Jedem. Nochmals: Bleibt dran. Ich bewundere Euren Mut.

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