Hambacher Forst: Tag Zwei der Räumaktion

Hambacher Forst: Tag Zwei der Räumaktion

Nach einer ruhigen Nacht im Hambacher Forst, hat sich die Polizei am Freitag wieder im Wald postiert, um weitere Baumhäuser von Braunkohlegegnern zu räumen.

Polizisten sammen sich am Waldrand

Schon am frühen Freitagmorgen (14.09.2018) sammelten sich wieder die Einsatzkräfte der Polizei am Hambacher Forst. Die Räumung von Baumhäusern der Braunkohlegegner soll weiter gehen. RWE will ab Oktober für den Braunkohleabbau mehr als 100 der verbliebenen 200 Hektar Wald abholzen.

Schon am frühen Freitagmorgen (14.09.2018) sammelten sich wieder die Einsatzkräfte der Polizei am Hambacher Forst. Die Räumung von Baumhäusern der Braunkohlegegner soll weiter gehen. RWE will ab Oktober für den Braunkohleabbau mehr als 100 der verbliebenen 200 Hektar Wald abholzen.

Die Braunkohlegegner besetzen seit Jahren den Wald. Sie haben etliche Baumhäuser, Plattformen und Hochsitze im Wald errichtet, um dort gegen die Abholzung zu protestieren. Vier von rund 60 Baumhäusern waren bereits am Donnerstag (13.09.2018) von der Polizei geräumt worden.

In der Nacht sicherten Polizisten die bereits geräumten Waldstücke ab. Mit Fahrzeugen wurde die Stelle hell erleuchtet.

Hubwagen stehen auch an Tag Zwei der Räumungsaktion bereit, um an die hoch in die Baumwipfel gebauten Hütten heranzukommen.

Die Polizei ist mit schweren Räumfahrzeugen vor Ort, um die abgebauten Baumhütten zu entsorgen oder Barrikaden weg zu räumen.

Am Freitagmorgen wurden bereits Bäume gefällt, um neue Zufahrten und Wege im Wald zu schaffen.

Eine Demonstrantin hockt am Morgen auf einem Baum. Der Protest verlief bisher weitgehend friedlich. Die Gegner der Rodung hatten bislang vergeblich versucht, die Räumungen mit Eilanträgen per Gericht verbieten zu lassen.

Nach Angaben einer Polizeisprecherin waren bereits am frühen Morgen wieder mehrere Hundertschaften der Polizei zum Einsatz vor Ort. Die Polizei Aachen appellierte an die Protestler, auf jegliche Gewalt zu verzichten.

Nach Angaben der Polizei Aachen wurden bis Freitagmittag bereits zehn Personen aufgrund von Widerstandshandlungen gegen Vollstreckungsbeamte und Landfriedensbruch in Gewahrsam genommen.

Lassen sich Demonstranten friedlich wegtragen, werden nach WDR-Informationen deren Personalien überprüft. Sie erhalten von der Polizei einen Platzverweis und dürfen den Wald nicht mehr betreten.

Dieser Waldbesetzer wurde von der Polizei gefesselt und weggetragen.

Einige der Polizisten tragen im Wald mittlerweile Schutzanzüge, um sich vor Fäkalienbewurf zu schützen. Diverse Eimer seien bereits von den Baumhäusern gekippt worden, berichtet die Polizei Aachen.

Am Freitagabend versammelten sich etwa 300 Braunkohlegegner in Buir nahe des Hambacher Forstes.

Die Demonstranten liefen zu Fuß zum Hambacher Forst, um gegen die geplanten Rodungen zu protestieren.

Stand: 14.09.2018, 18:30 Uhr