Hambacher Forst: Person in Erdloch entdeckt

Hambacher Forst: Person in Erdloch entdeckt

  • Polizei entdeckt angekettete Person in Erdloch
  • OVG lehnt Stopp der Räumung ab
  • Bisher acht Baumhäuser entfernt

Am Freitagabend (14.09.2018) entdeckte die Polizei im Hambacher Forst ein Erdloch, in dem sich eine Person angekettet hatte. Die Person wurde aus dem Erdloch geholt. Die Waldbesetzer hatten angegeben, dass sich unter dem Waldboden Tunnel mit angeketteten Menschen befänden. "Ein Tunnelsystem haben wir nicht entdeckt. Wir wissen aber nicht, ob sich weitere Personen in Erdlöchern befinden", sagte eine Polizeisprecherin dem WDR.

Dieses Element beinhaltet Daten von Twitter. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

Nach WDR-Informationen wurden bisher acht der etwa 50 Baumhäuser der Besetzer-Siedlung "Oaktown" entfernt. Die "Aktion Unterholz" hat für Samstag (15.09.2018) zu einer weiteren Demonstration aufgerufen.

Stopp der Räumung abgelehnt

Das OVG Münster hat derweil einen Stopp der Räumung abgelehnt. Ein Baumbesetzer hatte dies beantragt, bis über seinen Eilantrag entschieden sei. Rechtsanwalt Christian Mertens, der den Baumbesetzer vertritt, überraschte die Begründung des OVG: "Es müsse geräumt werden, weil dort eine unfriedliche Versammlung stattfände. Von mangelndem Brandschutz in den Baumhäusern war keine Rede mehr." Damit hatten die Behörden ursprünglich die Räumung begründet.

Auch der BUND scheiterte vor Gericht. Die Umweltschützer wollten erreichen, dass im Zuge der Räumung keine Bäume gefällt werden dürfen.

Reul kritisiert Waldbesetzer

Laut Polizei wurden bei der Räumung am Freitag 16 Menschen in Gewahrsam genommen. Waldbesetzer hätten eine Barrikade in Brand gesteckt und mit Exkrementen einige der 4.000 Polizisten beworfen. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) kritisierte die Waldbesetzer. Die Behörden hätten "gemerkt, dass immer mehr kriminelles Personal auch vom Ausland" in den Wald gekommen sei, sagte er im Deutschlandfunk.

Der Energiekonzern RWE will im Oktober die Abholzung fortsetzen. "Der Tagebau steht quasi direkt vor dem Wald und dementsprechend müssen wir auch roden", sagte RWE-Vorstandsmitglied Lars Kulik dem WDR. Kulik verwies darauf, dass ansonsten die Stromversorgung in der Region nicht gesichert sei - insbesondere für energieintensive Industrien.

Dieses Element beinhaltet Daten von Twitter. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

Stand: 14.09.2018, 20:29