Bonner Landgericht: Haftstrafe wegen Kindesmissbrauchs

Bonner Landgericht: Haftstrafe wegen Kindesmissbrauchs

Von Ulrike Schödel

  • Onkel zu dreieinhalb Jahren Haft und Schmerzensgeldzahlung verurteilt
  • Angeklagter zeigte vor den Übergriffen sexuelles Interesse an seiner Nichte
  • Bonner Richter zweifeln nicht an Aussage des Opfers

Das Bonner Landgericht hat am Mittwoch (05.09.2018) einen 49-Jährigen aus Reichshof wegen schweren sexuellen Missbrauchs seiner 13-jährigen Nichte zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Außerdem muss der Angeklagte 4.000 Euro Schmerzensgeld an seine Nichte zahlen. Er hatte das Mädchen während seines Besuchs bei der Großmutter in zwei Fällen zu sexuellen Handlungen aufgefordert.

Opfer offenbarte sich der Stiefmutter

Nach dem zweiten Übergriff war das Mädchen so erschrocken, dass es sich zunächst mit einer Freundin besprach und sich später der Stiefmutter offenbarte. Sie habe sich wie gelähmt gefühlt und sei nicht in der Lage gewesen, sich zu wehren. Alpträume, Schlafstörungen und schlechte Schulleistungen waren die Folge, auch hatte sie angefangen zu trinken und zu rauchen.  

Richter zweifeln nicht an Glaubwürdigkeit des Opfers

Der Angeklagte hat die Vorwürfe bis zum Schluss bestritten, sein Verteidiger hatte Freispruch gefordert. Die Bonner Richter jedoch hatten nicht den geringsten Zweifel an der Aussage der heute 15-Jährigen, die stundenlang als Zeugin gehört wurde. Vor den sexuellen Übergriffen hatte der Angeklagte im Mai 2016 sein Interesse an dem Mädchen geäußert und ihr per Whatsapp sexuelle Avancen gemacht, welche das Mädchen rigoros abgelehnt hatte. 

Stand: 05.09.2018, 17:30

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