Missbrauchsgutachten für Erzbistum Köln: Gutachter will Namen nennen

Missbrauchsgutachten für Erzbistum Köln: Gutachter will Namen nennen

Im Streit um ein Rechtsgutachten zu sexualisierter Gewalt im Erzbistum Köln hat der damit beauftragte Strafrechtler deutlich gemacht, dass er auf jeden Fall die Namen der Beschuldigten nennen will.

Das gelte auch dann, wenn es sich um besonders hohe Kirchenvertreter wie Erzbischöfe und Generalvikare handelt. Das bestätigte der Rechtsprofessor und Anwalt Björn Gercke dem WDR auf Anfrage.

Bei nachgewiesenen Pflichtverletzungen sei das bei diesen besonders hohen Kirchenvertretern rechtlich zulässig.

Bei kirchlichen Mitarbeitern der mittleren Führungsebene werde es noch geprüft, ob dies aus äußerungsrechtlichen Gründen unterbleiben muss.

Widerstand aus Kirchenkreisen

Am Montag wurde bekannt, dass einige unter Verdacht stehende Kirchenmitarbeiter rechtlich gegen die Veröffentlichung ihres Falls vorgehen oder die Pflichtverletzung bestreiten.

Nicht immer sei es ihnen aber gelungen, die Vorwürfe gegen sie auszuräumen. Dabei ließ der Strafrechtler offen, ob es sich um amtierende oder bereits im Ruhestand befindliche Personen handelt.

Das Gutachten soll Mitte März veröffentlicht werden.

Stand: 02.03.2021, 07:28