Medienbericht: Schwebebahn-Aufhängung brüchig?

Schwebebahn: Risse in der Aufhängung? Lokalzeit Bergisches Land 24.10.2019 02:30 Min. Verfügbar bis 24.10.2020 WDR Von René Rabenschlag

Medienbericht: Schwebebahn-Aufhängung brüchig?

Von René Rabenschlag

  • "WirtschaftsWoche" berichtet über Kerben an Schwebebahn-Aufhängung
  • Möglicherweise ist mangelhafter Stahl eingesetzt
  • Stadtwerke: "Keine akute Gefährdung"

Gutachter haben möglicherweise sicherheitsrelevante Probleme an der Wuppertaler Schwebebahn festgestellt. Das berichtet das Magazin "WirtschaftsWoche" am Donnerstag (24.10.2018). An den Drehgestellen, also den vier großen Aufhängungen auf dem Dach der neuen Schwebebahnwagen, soll es Kerben im Metall geben. Die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) selbst haben ein Gutachten in Auftrag gegeben, das im Ergebnis vor Brüchen warnt.

Materialprobleme bei Routineuntersuchung gefunden

Im Mai dieses Jahres hatten die Stadtwerke dem Bericht zufolge bei einer Routineuntersuchung selbst Materialprobleme festgestellt. Daraufhin hatten sie ein Prüfinstitut in Duisburg gebeten, die Drehgestelle genauer unter die Lupe zu nehmen. Das kam zu einem beunruhigenden Ergebnis: Im Stahl seien "Schlacke- und Kupfereinschlüsse" festgestellt worden. Die Auffälligkeiten "sind als Kerben zu bewerten, die bei einem Einsatz unter dynamischer Belastung zu Rissen und somit auch zu Brüchen führen können", zitiert das Blatt aus dem 14-seitigen Gutachten.

Stahlherstellung fehlerhaft?

Das Werkstoffprüfinstitut vermutet in dem Gutachten auch einen Grund: Demnach sei bei der Herstellung des Stahls die geforderte sogenannte "Normalglühung" nicht ordnungsgemäß durchgeführt worden. Überhaupt gebe es Zweifel , ob die Drehgestelle überhaupt aus dem Stahl bestehen, den die Stadtwerke bestellt haben.

Aufhängung der Schwebebahn wird in Halle von Maschinen getestet

Die Schwebebahn-Aufhängung wird Tests unterzogen

Der Hersteller Kiepe-Electric wollte auf WDR-Anfrage nur bestätigen, dass man mit den Wuppertaler Stadtwerken im Gespräch sei. Auch die WSW bestätigen das Problem. Man habe sogar ein zweites Gutachten in Auftrag gegeben, für das ein komplettes Drehgestell "geopfert" wurde, so ein Sprecher - damit der Stahl auch im Inneren untersucht werden könne.

Stadtwerke sehen keine akute Sicherheitsgefahr

Die Probleme mit dem Stahl waren schon im Sommer bekannt. Trotzdem haben sich die Stadtwerke für die Wiederaufnahme des Betriebs am 1. August 2019 entschieden. Das liegt laut einem Unternehmenssprecher daran, dass man aktuell keine Gefahr von Brüchen sehe. Es gehe mehr um die langfristige Haltbarkeit. Aktuell würden die Bauteile täglich per Sichtprüfung kontrolliert, so ein Stadtwerkesprecher gegenüber der WDR.

Stand: 24.10.2019, 16:01

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