Speditionen profitieren vom Niedrigwasser des Rheins

Ein Schiff fährt bei Niedrigwasser über den Rhein bei Köln.

Speditionen profitieren vom Niedrigwasser des Rheins

Von Udo Bühlmann

  • Mehr Güter vom Rhein auf die Straße
  • Pegelstand auf historischen Niedrigständen
  • Speditionen fehlen Fahrer

Wegen des niedrigen Wasserstands können Schiffe auf dem Rhein nur mit geringer Ladung fahren. Von den deutlich gesunkenen Transportkapazitäten profitieren die Speditionen.

Der Pegelstand des Rheins fällt seit Wochen und ist auf historische Niedrigstände gesunken. Weil Wasser fehlt, können Schiffe nur noch einen Teil der möglichen Güter laden. Um entsprechende Mengen transportieren zu können, müssen mehr Schiffe fahren oder Güter auf andere Verkehrsmittel verlagert werden. Von der Wasserflaute im Rhein profitieren zurzeit besonders die Lkw-Speditionen.

Geeignete Fahrzeuge fehlen  

Autos und LKWs fahren auf einer Bundesstraße

Zurzeit werden vermehrt Güter in Lastwagen transportiert

"Unsere Unternehmen profitieren davon, es ist aber nur für kurze Zeit", sagte am Mittwoch (24.10.2018) Bernhard Philipps vom Verband Speditionen und Logistik NRW dem WDR. "Besonders macht sich die gestiegene Nachfrage nach Transportkapazitäten entlang der Rheinschiene bis ins Ruhrgebiet bemerkbar", ergänzt Philipps. Besonders für Spezialtransporte, zum Beispiel für flüssige Güter, ist das Umsteigen auf den Lkw-Transport nicht einfach, es fehlen oft geeignete Fahrzeuge.

Treibstoff knapp

Das zeigt sich aktuell an einigen Tankstellen. Das Unternehmen Shell hat gegenüber dem WDR eingeräumt, dass die Produktion in der Rheinlandraffinerie heruntergefahren wurde. Der Grund: Tankschiffe können den Hafen in Wesseling wegen Niedrigwassers nicht mehr anfahren. Die Tankwagen müssen daher Benzin und Diesel aus den Niederlanden holen. Das dauert länger und führt zu Engpässen.

Mehr Verkehr auch bei Güterbahnen

Auch die Güterbahnen profitieren, vor allem beim Kohletransport. Allein bei der Deutschen Bahn sind im August und September 80 zusätzliche Kohlezüge wegen des Niedrigwassers gefahren, sagte eine Bahnsprecherin. Ein weiteres Problem ist die gute Wirtschaftslage. Die meisten Lkw rollen beladen durchs Land. Freie Kapazitäten sind Mangelware, auch fehlen Fahrer für zusätzliche Einsätze.

Stand: 24.10.2018, 11:17

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